Es gab auch keinen Grund, das zu wissen. Aber neulich tauchte ein weinpolitisches Problem auf. In einer sächsischen Traubenprobe war ein Insektizid nachgewiesen worden. Ein Fall für Sebastian Fischer, den Weinpolitiker.

Der 34-jährige CDU-Mann macht normalerweise Verbraucherpolitik. Die sonnenverwöhnten Hänge im Elbtal liegen ziemlich nah an seinem Wahlkreis. Ein weinpolitischer Sprecher ist laut üblichem Prozedere zuständig für alle den Wein betreffenden Belange: Welcher Wein zum Kantinenessen? Was, wenn der Wein nicht schmeckt? Wenn der Wein alle ist, dann muss einer tief runter in den Keller und neuen holen. Wenn der Korken in der Flasche schwimmt, kann das sehr unangenehm werden.

Ebenso der Schädel nach dem Wein. Damit man in solchen seltenen Fällen nicht gleich eine Kommission gründen muss, ist es gut, einen weinpolitischen Sprecher dazuhaben. Der braucht nicht viel machen. Er muss eigentlich nur immer sagen, dass der sächsische Wein über jeden Zweifel erhaben ist. So geht gute Weinpolitik. Übrigens: Rotweinflecken entfernt man mit Salz.