Zu einem Familiendrama ist es am Montagabend in Senftenberg in der Johannes-R.-Becher-Straße 28 gekommen. Laut Polizei stieß der 31-jährige Beschuldigte gegen 21.35 Uhr nach einer körperlichen Auseinandersetzung in der Wohnung seine 27-jährige Ehefrau aus dem Fenster des zweiten Stocks, um sie zu töten. Die Frau stürzte auf den Boden vor dem Hauseingang, lebte aber noch. Der Beschuldigte rannte ins Erdgeschoss. Er hatte ein Klappmesser dabei und stach seiner schwer verletzten Ehefrau mehrmals in den Hals. Sie erlag am Tatort ihren Verletzungen.

Ein Augenzeuge aus dem Wohnblock beobachtete, wie das blutende Opfer aus dem Fenster gestoßen wurde. Kurz darauf seien zwei Männer aus dem Aufgang gekommen, hätten nach der offensichtlich bereits toten Frau gesehen und seien wieder zurückgegangen. Der Augenzeuge habe nach eigenen Worten sofort die Polizei alarmiert.

Vorausgegangen sei ein Eifersuchtsstreit: Der Beschuldigte gab an, seine Frau habe ihn mit anderen Männern betrogen. Das Amtsgericht Cottbus hat Haftbefehl wegen Mordes erlassen.

Die tschetschenische Familie ist laut Marlen Weser, Sprecherin der Kreisverwaltung Oberspreewald-Lausitz, im August aus der Außenstelle der Zentralen Ausländerbehörde Eisenhüttenstadt nach Senftenberg verlegt worden und hat eine Wohnung erhalten. Das Asylverfahren sei noch nicht abgeschlossen. Bisher habe es mit der Familie keine Schwierigkeiten gegeben. Die Eheleute lebten mit ihren fünf Kindern in der Wohnung. Die Kinder sind nun in der Obhut des Jugendamtes.