Die Teileröffnung des Hauptstadtflughafens ist perfekt. Erstmals sind am Wochenende Zehntausende Menschen zum neuen Airport in Schönefeld am Rande Berlins gekommen - allerdings nur zu Besuch. Zu dem zweitägigen Familienfest hatte die Flughafengesellschaft eingeladen. "Wir haben hier nichts zu verstecken", sagt Flughafenchef Hartmut Mehdorn. Er sei sogar "ein bisschen stolz auf das, was wir hier vorzeigen können".

Termin weiter in den Sternen

"Dass wir nicht fliegen, liegt am Brandschutz. Keinen ärgert das mehr als uns selbst", fasst Mehdorn die Flughafenkrise zusammen. Noch immer kann er keinen Eröffnungstermin für den Flughafen Berlin Brandenburg nennen, weil die komplizierte Brandschutzanlage im Hauptgebäude weit davon entfernt ist zu funktionieren.

Selbst für das kurzfristige Projekt, die Teileröffnung im Nordpier mit einigen wenigen Flugzeugen, lässt sich Mehdorn kein Datum entlocken. "Wir haben da Zeit." Es sei egal, ob das "am 1. Mai oder 1. März" klappen werde. Wichtig sei allein, dass mit einem kleinen Betrieb die Abläufe des großen Flughafens schon einmal getestet werden könnten. Baulich soll im Nordpier Ende dieses Jahres alles fertig sein. Vorher müssen allerdings noch das Bauordnungsamt grünes Licht geben und der Aufsichtsrat endgültig zustimmen.

Der Geisterflughafen wirkt erstmals lebendig. Es riecht nach Bratwurst und süßen Waffeln statt nach verbranntem Kerosin. Großeltern, Eltern und Kinder bevölkern den Vorplatz des Hauptgebäudes, tummeln sich an den Buden unter dem gewaltigen Vordach, stehen Schlange, um Einlass in den unterirdischen Bahnhof zu bekommen, wo dereinst die Fluggäste aussteigen sollen.

Mehdorns Gäste sind nicht unzufrieden mit dem halbfertigen Flughafen. "Es sieht gut aus", sagt eine ältere Frau aus Erkner. "So groß habe ich ihn mir nicht vorgestellt", zeigt sich ein Rentner aus Königs Wusterhausen überrascht. Mehdorn geht am Sonntag über das Gelände, diskutiert mit den Besuchern über die Probleme des Projekts.

Weniger Baustelle als erwartet

Die meisten sind zum ersten Mal hier und haben mehr Baustelle erwartet, als sie zu sehen bekommen. Das Terminal und die Nebengebäude stehen, selbst die Inneneinrichtung mit Beschilderung ist weitgehend fertig - wäre da nicht das Riesenproblem mit der Gebäudetechnik.