Manchmal kommen nach dem Abdruck der Leserpost dann Anrufe von den Schreibern. Wir haben etwas zu sehr oder falsch gekürzt, heißt es dann. Gestern klingelte dann allerdings ein Leser an, der hatte ganz andere Sorgen. Alfred Lehmann, der angeblich in der vorherigen Woche einen Brief an die RUNDSCHAU verfasst hatte, konnte sich beim besten Willen nicht daran erinnern, sondern war der sicheren Überzeugung, da habe irgendjemand seinen Namen und seinen Wohnort geklaut, sich als "treuer Leser" ausgegeben und so den Weg in die Zeitung geschafft. Das hat uns dann tatsächlich ratlos gemacht. Anonyme Schreiben sind ja leicht zu erkennen und landen im Papierkorb. Aber so eine Form des Identitätsraubs erkennt man ja selbst auf den zweiten Blick nur schwer. Der wirkliche Herr Lehmann war auch zu Recht nicht besonders erfreut, und wir haben die ganze Angelegenheit den Juristen übergeben, die dann entschieden, dass solch ein Vorgehen eine Strafanzeige wert ist. Wer bei uns unter falscher Flagge segelt, riskiert also den Schiffbruch. Und natürlich ist uns echte Leserpost weiterhin herzlich willkommen.