In Brandenburg gibt es ein erstes Verfahren gegen einen Bauern, der Bio-Eier falsch etikettiert haben soll. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Cottbus bestätigte am Montag einen Bericht der "Potsdamer Neuesten Nachrichten", wonach ein Verfahren gegen einen Biobauern im Spreewald laufe. Man sei bereits im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit einem Insolvenzverfahren auf den Landwirt aufmerksam geworden. "Von dem Bauern wurden Eier falsch deklariert", sagte die Sprecherin am Montag. Um wie viele Eier es sich handele, konnte die Sprecherin am Montag noch nicht abschätzen.

Um die Existenz falsch deklarierter Eier hatte es am Montag zunächst Verwirrung gegeben. Dem Agrarministerium in Potsdam war bis zum Nachmittag kein Verdachtsfall bekannt. Ein Sprecher verwies auf einen Fall, dem die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) 2012 nachgegangen sei. Ein Bauer hatte 6185 Hühner in Ställen untergebracht, die allerdings nur für 6000 Hühner ausgelegt waren. Als der Missstand von der Staatsanwaltschaft angeprangert wurde, verkaufte der Landwirt 185 Hühner an seine Nachbarn. Deshalb sei der Fall seit August 2012 abgeschlossen, sagte der Sprecher. Deutschlandweit wird zurzeit gegen 200 landwirtschaftliche Betriebe ermittelt, die ihre Hühnereier falsch gekennzeichnet haben sollen. Allein in Niedersachsen ermittelt die Staatsanwaltschaft Oldenburg gegen rund 150 Landwirte, die den Hühnern unter anderem nicht ausreichend Auslauffläche geboten hätten. Etwa 50 weitere Verfahren wurden an Ermittler in anderen Bundesländern abgegeben.

Im Pferdefleischskandal liegen nach Angaben des brandenburgischen Verbraucherschutzministeriums keine neuen Erkenntnisse vor. Zum Wochenbeginn werden hier neue Untersuchungsergebnisse von Laborproben erwartet.

Derweil wurde am Montag bekannt, das beim schwedischen Möbelhersteller Ikea in zwölf Ländern Pferdefleisch in den beliebten "Köttbullar"-Fleischbällchen serviert wurde. Deutschland sei bislang nicht betroffen, teilte die Möbelkette am Montag in Hofheim bei Frankfurt mit.

Die Verunreinigung des Hacks war aufgefallen, weil tschechische Behörden Pferde-Erbgut in einer Tiefkühlpackung einer Ikea-Filiale in Brünn (Brno) entdeckt hatten. Betroffen sei eine Warenlieferung des zentralen Zulieferers in Schweden, hieß es bei Ikea Deutschland.

Teile dieser Lieferung gingen den Angaben zufolge auch in die Slowakei, nach Ungarn, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Portugal, Spanien, Griechenland, Zypern, Irland und in die Niederlande. Es handele sich um Tiefkühl-Fleischklopse, die im Schwedenshop verkauft werden. Die Produkte seien aus den Regalen genommen worden. Wegen des Verdachts auf Pferdefleisch stoppte Ikea den Verkauf von Fleischklößchen in 14 europäischen Ländern.

Im Zuge des Pferdefleischskandals lasse Ikea seine Produkte seit zwei Wochen zusätzlich zu Routine-Kontrollen auch auf Pferde-Erbgut untersuchen. Im Mutterland Schweden wurde der Fund vorsichtig aufgenommen: Dort bieten die Ikea-Restaurants zur Beruhigung der Kunden vorerst keine Fleischklöße an.