Auch einer Verwendung früherer Angaben gegenüber der Polizei widerspricht sie.

So wie sie verhalten sich auch die beiden erwachsenen Stiefsöhne Dürrschmidts. Keine Angaben vor Gericht, keine Verwendung ihrer Aussagen während der Ermittlungen. Das Schweigen der Angehörigen ist ihr gesetzlich verbrieftes Recht. Die Staatsanwaltschaft Cottbus ist jedoch überzeugt, dass Georg Dürrschmidt zwischen Oktober 2004 und Januar 2007 mehrfach Kinderpornoseiten im Internet aufgesucht hat.

Spezialisten des Brandenburger Landeskriminalamtes (LKA) hatten auf den Festplatten von zwei Rechnern aus Dürrschmidts Haushalt Spuren entsprechender Seiten gefunden und mehr als 50 gelöschte einschlägige Bilddateien rekonstruiert. Deshalb sitzt Dürrschmidt im Senftenberger Amtsgericht auf der Anklagebank. Er bestreitet die Vorwürfe.

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Zwei Zeugen bestätigten am Mitwoch , dass die Familie des Landrates nur selten die Türen auf ihrem Grundstück in Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) verschlossen hielt. Ein Großräschener, von dem der Landrat sein Haus gekauft hat und der unmittelbar hinter ihm wohnt, erzählte, dass Postboten und Praktikanten aus dem Atelier von Dürrschmidts Frau Zugang zu einem Büro hatten, in dem der einzige Computer mit Internetzugang stand. Früher, so der Zeuge, habe es dort mal eine Schließvorrichtung mit Alarmauslöser gegeben. Wann das jedoch war und seit wann die Schließvorrichtung nicht mehr in Betrieb war, daran konnte sich der ältere Mann nicht mehr erinnern.

Der Nachbar und ein ebenfalls als Zeuge gehörter Freund der Familie versicherten jedoch auch, dass sie nie Fremde dort beobachtet hätten. Für zwei Anklagepunkte nennt die Staatsanwaltschaft Zeiten zwischen ein und zwei Uhr nachts, als die Kinderpornodateien von Dürrschmidts Bürocomputer aus angeklickt wurden.

Nach vier Verhandlungstagen ist kein Ende der Beweisaufnahme abzusehen. Weitere Zeugen sind geladen. Zwei Sachverständige des LKA sollen erneut befragt werden. Richterin Anett Winkler will auch einen Staatsanwalt als Zeugen hören, der Dürrschmidt vernommen hatte. „Dem werden wir uns heftig widersetzen“, kündigte einer der Anwälte des Landrates weitere juristische Kämpfe an.