Der Junge soll bereits im Frühsommer 2001 an extremer körperlicher Schwäche gestorben sein. Bisher war vom Tod im Dezember 2001 die Rede. Erst im Juni 2004 war das Skelett des Jungen in einer Tiefkühltruhe gefunden worden.
Gestern gab das Gericht Einzelheiten aus der Anklageschrift bekannt. Etwa ab 1998 sollen die Eltern den Jungen bei der Ernährung und medizinischen Versorgung in hohem Maße vernachlässig haben. Die mit der Kinderbetreuung beauftragte Mutter habe Hassgefühle gegen Dennis entwickelt, ihn als lästigen Störfaktor empfunden, geschlagen und ihn in der Wohnung nur noch verwahrt, heißt es. Etwa ein Jahr vor dem Tod soll Angelika B. das Kind tage- und nächteweise mit einem Bademantelgürtel ans Bett gefesselt haben. Um den Tod des Jungen zu vertuschen, soll die Mutter bis November 2003 für ihn noch knapp 3800 Euro Sozialleistungen empfangen haben.
Die Anwälte der Beschuldigten, Hans Kelleners und Guido Schmidt, wiesen den Vorwurf des Totschlags zurück. Dieser stütze sich „auf Vermutungen am Rande der Haltlosigkeit“ , erklärte Kelleners. Prüfen werde man, ob Misshandlung eines Schutzbefohlenen vorliegen könnte oder nur fahrlässige Körperverletzung.
Auskünfte zur familiären Situation, insbesondere im Hinblick auf die anderen Kinder, gab Kelleners gestern nicht.
(Eig.Ber./sw)