Für diese Zahl gibt es nach Informationen aus der Bundesregierung jedoch keinen Beleg.

Nachholen dürfen anerkannte Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge bloß ihre Kernfamilie. Das sind Ehepartner und eigene, minderjährige Kinder. Das ist EU-Recht und steht nicht in deutschem Belieben.

Viele Asylbewerber aus Syrien sind junge Männer. Längst nicht alle von ihnen sind verheiratet oder haben Kinder. Genaue Zahlen gibt es freilich nicht. Ein Drittel der Flüchtlinge sind zudem Frauen, die zumeist schon mit ihrem Mann kommen oder mit ihren Kindern. Auch da kommt kaum jemand nach. Kinder und Jugendliche hätten prinzipiell das Recht, ihre Eltern und minderjährige Geschwister nachzuholen, ebenso Verheiratete ihren Partner und minderjährige Kinder, in sehr seltenen Ausnahmen auch zu pflegende Angehörige.

Allerdings, derzeit wird Familiennachzug praktisch überhaupt nicht durchgeführt; die Behörden haben dafür keine Kapazitäten.

Der vorgeschlagene geringere "subsidiäre" Schutzstatus für Syrien-Flüchtlinge wird kurzfristig ebenfalls weniger als vermutet am Fluchtgeschehen ändern. Jeder einzelne Flüchtling hatte und hat nämlich das Recht gegen seine Einstufung zu klagen. Eine Fülle solcher (erfolgreicher) Prozesse hatte im November 2014 dazu geführt, dass man im Kreis der Innenminister entschied, die Syrien-Flüchtlinge in der Regel mit dem besseren Schutzstatus nach der Genfer Konvention (GFK-Flüchtlinge) zu bedenken, bei dem der Aufenthalt zunächst für drei Jahre erlaubt wird.

Diese Praxis will Innenminister de Maizière jetzt wieder durch die Einzelfallprüfung ablösen. Sollte er sich durchsetzen, könnte das eventuell zu etwas mehr Einstufungen nach der schlechteren Kategorie "subsidiärer Schutzstatus" führen, bei der der Aufenthalt zunächst nur für ein Jahr gilt.

Seit dem Koalitionsbeschluss von vergangener Woche ist der Familiennachzug für diese Gruppe - und nur für sie - für zwei Jahre generell ausgesetzt, nachdem die Koalition beide Gruppen im August noch per Gesetzesänderung ausdrücklich gleichgestellt hatte. Derzeit betrifft das nur 1366 Personen, durch die Einzelfallprüfung könnten es etwas mehr werden.