Elf Agenturen und Reisebüros hatten die für den Fahrkartenverkauf zuständige Bahntochter DB Vertrieb neue Verträge mit deutlich schlechteren Konditionen angeboten. Dazu zählen auch die Agenturen in Finsterwalde und Doberlug-Kirchhain, deren Betreiberin um ihre Existenz fürchtet.

Vor den Mitgliedern des Verkehrsausschusses betonte der Leiter des Regionalvertriebs von DB Vertrieb, Christian Rundsheimer, indes, dass von bundesweit 2800 DB-Agenturen nur 500 Bestandteil eines Verkehrsvertrags sind. Denn so wie das Land Züge im Nahverkehr bestellt, kann es auch einen personalbesetzten Verkauf an einem Bahnhof bestellen. Doch als im vergangenen Jahr die Strecke Cottbus - Leipzig ausgeschrieben wurde, wurde etwa in Finsterwalde auf eine derartige Bestellung verzichtet.

"Wir wollen die Präsenzagenturen, wo wir mit dem Aufgabenträger einen personalbedienten Verkauf vereinbart haben, stärken", sagte Rundsheimer. Der CDU-Abgeordnete Rainer Genilke verwies darauf, dass die Agenturen an manchen Bahnhöfen die letzte noch mit Personal besetzte Einrichtung seien. "Ich teile die Einschätzung nicht, dass wir auch noch den Service bestellen müssen."