Nicht nur in der Lausitz steigt derzeit die Zahl der gesprengten Geldautomaten sprunghaft an. Auch Nordrhein-Westfalen oder Bayern kennen ähnliche Phänomene. Zum Teil handelt es sich um unterschiedliche Tätergruppen. Es gibt aber auch Banden, die deutschland- und europaweit agieren. Um diesen das Handwerk zu legen, schließen sich Polizei-Ermittler in den betroffenen Regionen regelmäßig kurz. So kann auch die in Brandenburg eingerichtete Soko "Fläming", die die mittlerweile 29 Fälle im Land untersucht, von den Fahndungen der Kollegen profitieren.

In Nordrhein-Westfalen etwa hat die Polizei in den vergangenen Tagen das Foto eines möglichen Täters veröffentlicht. Er soll mit mindestens einem Komplizen versucht haben, am 8. Juni in Bonn-Röttgen einen Geldausgabeautomaten aufzusprengen. Eine Überwachungskamera nahm dieses Bild auf. Ein weiterer Verdächtiger wurde auf der Flucht geblitzt. Auch dieses Foto hat die Polizei zur Fahndung veröffentlicht.

In Bayern sucht die Polizei mit mehreren Fotos nach einer Gruppe von Bankomatensprengern, die Mitte Juni in Burgthann im Landkreis Nürnberger Land zugeschlagen haben. Die vier Männer traten mit schwarzer Maskierung, bekleidet mit dunklen Jacken mit Kapuze auf. Bei ihrer Tat wurde der Automat zerstört sowie auch das Gebäude-Innere in Mitleidenschaft gezogen. Der Sachschaden beläuft sich laut Polizei alleine für diese Tat auf rund 100 000 Euro.

In Hessen hat die Polizei am 10. November nach einem Angriff auf einen Geldautomaten in Bad Vilbel ein Foto des Fluchtfahrzeugs veröffentlicht. "Das vermeintliche Tatfahrzeug konnte durch die Polizei einige Zeit nach der Tat im Harheimer Stadtweg in Frankfurt an der Bushaltestelle Sportanlage Harheim aufgefunden werden. An dem Fahrzeug befanden sich gefälschte FB-Kennzeichen", heißt es im Fahndungsaufruf. Laut Zeugenaussagen handelte es sich um drei Täter, die sich in der Bank zu schaffen machen. Sie waren dunkel gekleidet und trugen weiße Plastik-Masken.

In Brandenburg gibt es seit Freitag einen Fahndungsaufruf zu einem Fahrrad. Es soll bei der Flucht nach einem Angriff in Luckau vor zwei Wochen zum Einsatz gekommen sein. Das Rad wurde knapp drei Kilometer östlich des Tatortes am Parkhotel Cahnsdorf unweit von Luckau gefunden.Die Polizei will wissen: "Kennt jemand dieses Damenfahrrad mit der besonderen Lackierung und Anbauteilen? Wo ist dieses Fahrrad entwendet worden? Wer kennt den Eigentümer?" Außerdem werden Zeugen gesucht, die "mindestens eine Person" am Tat-Tag, dem 10. November, in der Zeit zwischen 1 Uhr und 5.30 Uhr, auf der Karl-Marx-Straße in Richtung Parkhotel Cahnsdorf beobachtet haben.

Hinweise nimmt das Brandenburger Landeskriminalamt, LKA 222, BAO Fläming, unter Telefon 0335 55431800 entgegen. Zeugen können sich auch an die lokale Dienststelle der Polizei wenden.