Das Urteil im Düsseldorfer Mietrechtsstreit wird es zwar erst am 24. Juli geben. Dennoch schlagen die Wellen bereits hoch. Für den Richter sind im Kündigungsfall gegen einen Mieter die schutzwürdigen Interessen Dritter höher zu bewerten als die Gewohnheitsrechte des rauchenden Mieters. Der 74-Jährige war wegen starken Rauchens in den eigenen vier Wänden abgemahnt und dazu aufgefordert worden, in der Wohnung weniger zu qualmen.

Derartige Beschwerden kennen auch Vermieter in der Lausitz. "Eine rechtliche Handhabe für Extremfälle wäre schon zu begrüßen", sagt Ralf Weide, Pressesprecher der Kommunalen Wohnungsgesellschaft Senftenberg. Wegweisend wäre ein Urteil aber erst, wenn es vom Bundesgerichtshof bestätigt werden würde. Gegenüber der RUNDSCHAU bestätigt Weide, dass es durchaus schon Abmahnungen für uneinsichtige Mieter gegeben habe. Zumeist aber werde auf Gespräche, Einsicht und Konsens gesetzt, wie auch Tom Schönherr von der Cottbuser Gebäudewirtschaft versichert. "Ein akutes Problem", so Schönherr, "ist das zurzeit nicht."

Der Deutsche Mieterbund registriert unterdessen immer häufiger Reibereien. Und das Berliner "Forum Rauchfrei" verweist darauf, dass "die Leute nicht mehr lüften oder sich auf den Balkon setzen können". Für das "Netzwerk Rauchen" gehört der blaue Qualm zum Leben und Wohnen dazu. Eine Kontrolle von Lebensgewohnheiten und -qualität sei nicht akzeptabel.