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Fades Gemüse statt Fleisch

Hintergrundgespräche haben Tradition. Schon in Bonn luden wichtige Politiker oder solche, die sich dafür hielten, zu mehr oder minder großen Runden mit Journalisten ein, um ihre Sicht der Dinge darzulegen.

In Berlin ist das nicht anders. Und in aller Regel gibt es dabei auch etwas Nettes zu essen. In der Hauptstadt sind deshalb vor allem gute "Italiener" populär, aber auch das "Tucher" direkt neben dem Brandenburger Tor oder das Restaurant "Dressler" an der Flaniermeile Unter den Linden.

Auch die Grünen hatten jüngst zu einem solchen Termin gebeten. Und eigentlich sollte es lecker Rindfleisch dazu geben. Doch stattdessen wurden blasse Bohnen und fades Gemüsepüree mit Knödeln serviert. Und irgendwie erfüllte ein muffiger Geruch den Raum. Dem grünen Fraktionsvorsitzenden Anton Hofreiter blieb da nur noch bitterer Humor: Die Partei werde von ihrem eigenen Programm eingeholt, meinte er in Anspielung auf die einstige Ausrufung eines "Veggie-Days" für Betriebskantinen. Den Leuten das Essen vermiesen zu wollen, das hängt den Ökos tatsächlich immer noch an. Allerdings ist nicht überliefert, ob sich der Koch bei Hofreiter dafür rächen wollte. Der Fraktionschef hat seinen Teller jedenfalls tapfer leer gegessen.