Es braucht besondere Einsatzbereitschaft, um die Arbeit auf der A 15 zu übernehmen. Bei Kilometer 48,2 zwischen den Anschlussstellen Roggosen und Forst liegt in drei bis fünf Metern Tiefe eine Bombe. Sogar eine Großbombe, wie die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst sagen - ohne allerdings das genaue Kaliber nennen zu können. Denn sie haben auf das Kriegsgerät bislang nur einen sehr eingeschränkten Blick werfen können.

Bohrkopf stößt auf Metall

Die Bombe war am Freitag bei Bohrungen für eine neue Gas trasse unterhalb der A 15 entdeckt worden, als der Bohrkopf auf einen metallischen Gegenstand stieß. Seither ist die Autobahn zwischen Roggosen und Forst gesperrt. Eine Sprengung des Blindgängers war Freitagnacht nach zwei Versuchen gescheitert. Deshalb muss die Bombe freigelegt werden, um sie unschädlich zu machen.

Es bleibt also nichts anderes übrig, als die Fahrbahn aufzusägen. Dafür ließ sich offenbar auf die Schnelle keine Spezialfirma finden. Stattdessen konnte der Landesbetrieb Straßenwesen das THW Cottbus für den Einsatz gewinnen. Mit einem Technischen Zug rücken die zwölf Fachleute am Montag kurz nach 14 Uhr an. Sie sind allesamt Ehrenamtler - bestens ausgebildet an Spezialgeräten zum Bergen und Räumen.

"Von den Arbeitsabläufen her ist das nichts Besonderes", sagt Maximilian Beyer vom THW. "Es ist nur das Restrisiko, das für ein gewisses Kribbeln sorgt." Alle Mann wissen, worauf sie sich bei dem Autobahn-Einsatz eingelassen haben. "Da gab es keine Diskussion." Mit einer Betonkettensäge zerlegen sie ein etwa fünf mal sieben Meter großes Stück Fahrbahn. Ein Bagger nimmt die Einzelteile in seine Schaufel und räumt sie beiseite. Erstaunlich, wie präzise und sachte schweres Gerät arbeitet.

Darüber hinaus werden auch die Schutzplanken abmontiert. Die Bombe befindet sich tatsächlich fast genau unter dem Mittelstreifen. Der Bagger muss noch eine Menge Erdboden bewegen, bis das Kriegsgerät freigelegt ist.

Etwa zwei Wochen Bauzeit

Der Landesbetrieb Straßenwesen geht davon aus, dass die Sprengung frühestens heute über die Bühne gehen wird. Diese Aufgabe dürfte für die beiden Sprengmeister Mario Büchner und Uwe Zierdt besonders heikel werden, ist die Bombe doch höchstwahrscheinlich vorgeschädigt - durch den Bohrkopf und die beiden vergeblichen Sprengversuche. Erst danach lasse sich der Schaden überhaupt abschätzen. Behördensprecherin Cornelia Mitschka sagt: "Wir rechnen damit, dass die Baumaßnahme etwa zwei Wochen dauern wird." Das bedeutet aber auch, dass die Autobahn in beide Fahrtrichtungen so lange gesperrt bleiben wird.

Es gibt aber noch eine zweite Variante - entgegen aller bisherigen Expertenmeinungen. Darauf weist Cornelia Mitschka hin. "Findet keine Sprengung statt, weil es sich bei dem metallischen Gegenstand nicht um eine Bombe handelt, dann muss nur die aufgebrochene Fahrbahn in Richtung Forst geschlossen werden." Dann bliebe die Autobahn also nur in Richtung Forst für die Dauer der Reparatur gesperrt.

Welche Auswirkungen die Sperrung der wichtigen Ost-West-Verkehrstrasse hat, bekommen derzeit vor allem die Kathlower zu spüren. Eine Lkw-Kolonne rollt über die L 49. Die Ampelkreuzung mit der B 97 wird zum Nadelöhr. Die Fahrzeuge stehen bis Kathlow und darüber hinaus Stoßstange an Stoßstange - 90 Prozent mit polnischen Kennzeichen. Sie alle wollen in Roggosen wieder auf die A 15 auffahren.

Wie es heute mit der Bombe auf der A 15 weitergeht, lesen Sie in unserem Liveticker.