Die Europäische Zentralbank (EZB) hält Griechenlands Banken mit weiteren Notkrediten vorerst am Leben. In einer kurzfristig anberaumten Telefonkonferenz entschied der EZB-Rat am Freitag, den Rahmen für Ela-Hilfen erneut auszuweiten. EZB und Bundesbank wollten die Informationen nicht kommentieren. Die Entscheidung kauft Zeit bis zum Krisentreffen der Staats- und Regierungschefs der Euroländer am kommenden Montag.

Griechenlands Banken hängen seit Monaten am Not-Tropf und brauchen dringend weiteres frisches Geld: Weil es im Schuldenstreit zwischen der griechischen Links-Rechts-Regierung und den Geldgebern seit Monaten keine Einigung gibt, heben verunsicherte Verbraucher und Unternehmen große Mengen Bargeld ab. Nach Schätzungen vom Freitag holten die Griechen allein in dieser Woche rund vier Milliarden Euro von ihren Bankkonten runter.

Vor dem wohl entscheidenden Krisentreffen im Schuldendrama um Griechenland haben die Euro-Finanzminister glaubwürdige Spar- und Reformvorschläge aus Athen angemahnt. Mit Blick auf das für Montag angesetzte Spitzentreffen der Euroländer forderte der griechische Regierungschef Alexis Tsipras seinerseits die EU mit Nachdruck auf, seinem Land zu helfen. In St. Petersburg warb Tsipras zugleich für eine engere Zusammenarbeit zwischen Griechenland und Russland.

Vielleicht nehme über das Wochenende die Bereitschaft zu, "das Notwendige zu tun", sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nach Beratungen mit seinen europäischen Amtskollegen in Luxemburg. Der CDU-Politiker betonte aber: "Wir sind alle nicht besonders enthusiastisch." Hintergrund Seiten 10 und 11