Unterdessen liefen die internationalen Bemühungen weiter, das Militärregime zum Einlenken zu bewegen. Der UN-Sonderbeauftragte Ibrahim Gambari, der sich um eine Entschärfung der Lage bemühen soll, wurde an diesem Samstag im Land erwartet.
Nach Meldungen des birmanischen Staatsfernsehens waren am Mittwoch und Donnerstag zehn Menschen bei den Protesten getötet worden, darunter ein japanischer Pressefotograf. Nach Angaben des japanischen Privatsender Fuji Television wurde Kenji Nagai offenbar von einem Soldaten zu Boden gestoßen und dann regelrecht hingerichtet. Westliche Diplomaten in Rangun gehen davon aus, dass die Zahl der Opfer tatsächlich wesentlich höher liegt. Berichtet wurde von 35 Leichen.

Pagoden als Sperrgebiete
Die Sicherheitskräfte erklärten unterdessen fünf Pagoden und Klöster in der Metropole Rangun zu "Sperrgebieten", um weitere Demonstrationen zu unterbinden. Dazu gehörten auch die Shwedagon- und die Sule-Pagode, von denen die friedlichen Protestmärsche der Mönche ihren Ausgang genommen hatten. Obwohl in geringerer Zahl, versammelten sich bereits gestern Mittag erneut mehrere Hundert Demonstranten in der Nähe der Sule-Pagode. Die US-Geschäftsträgerin in Rangun, Shari Villarosa, sagte dem Nachrichtensender CNN, in der Stadt seien weniger Demonstranten auf den Straßen als am Vortag.

Soldaten verweigern Gehorsam
Der oppositionelle Rundfunksender Voice of Burma berichtete unterdessen, in Birmas zweitgrößter Stadt Mandalay hätten Soldaten der 33. Division den Gehorsam verweigert und nicht wie angeordnet auf Mönche und andere Demonstranten geschossen.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief in New York die herrschende Militärjunta zu einem "konstruktiven Dialog" mit dem Sonderbeauftragten Gambari auf. Die Machthaber sollten den Weg zu einer "friedlichen" und "nationalen Aussöhnung" beschreiten. Das Weiße Haus verlangte unterdessen von der Militärjunta, Gambari müsse alle Konfliktparteien treffen können. Dazu zählten auch die religiösen Führer der Buddhisten, Verhaftete und die seit Jahren unter Hausarrest stehende Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi.
Auf Verlangen der Europäischen Union wurde für kommenden Dienstag eine Sondersitzung des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen nach Genf einberufen. In London protestierten auch am Freitag hunderte Menschen vor der birmanischen Botschaft. Mit einer Schweigeminute gedachten die Protestierenden der Toten in dem asiatischen Land. Bereits am Donnerstag hatten sich hunderte Demonstranten in London versammelt, um gegen das brutale Vorgehen der birmanischen Militärjunta zu protestieren. (dpa/ta)