Angesichts einer Gebührenexplosion bei der Deutschen Bahn für die Bahnhöfe Potsdam und Cottbus hat Brandenburgs Verkehrsministerium mehr Transparenz von dem Unternehmen verlangt. Es sei unerklärlich, warum das Land dort 2012 noch 28,55 Euro pro Halt zahlen musste und die Gebühr im laufenden Jahr 44,95 Euro betrage, sagte Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade am Montag in Potsdam. Dies entspricht einem Anstieg von knapp 60 Prozent. Dafür habe auch die Bundesnetzagentur keine Erklärung. „Das ist ein Ärgernis, was Länder von Baden-Württemberg bis Schleswig-Holstein bewegt“, meinte Schade.

Zuvor hatte die „Märkische Allgemeine“ (Montag) über den Gebührensprung der DB-Tochter Station & Services für den Schienenpersonennah- und -fernverkehr berichtet. Danach sind die Bahnhöfe Potsdam und Cottbus in der Kategorie 2 auf der Stationspreisliste bundesweit die teuersten. Allein für Brandenburg würden theoretisch 196 verschiedene Tarife und sieben Kategorien gelten, kritisierte Schade.

Ein Bahn-Sprecher verwies darauf, dass es in Potsdam und Cottbus deutlich weniger Zugstopps gebe als etwa an Berliner Bahnhöfen, wo die Gebühren deutlich niedriger seien. Im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) sei im Übrigen nicht der Preis für einen einzelnen Stationshalt, sondern die Gesamtverrechnung für alle Stopps an Bahnhöfen entscheidend. Hier aber sei landesweit die Gebührensumme von 2012 bis zu diesem Jahr um rund 1,8 Prozent gesunken.

Für das vergangene Jahr habe das Land bei der Deutschen Bahn 36,1 Millionen Zugkilometer bestellt, berichtete Schade. In diesem Jahr seien es 35,8 Millionen. Der Rückgang habe aber nichts mit dem Gebührenanstieg für Potsdam und Cottbus zu tun. Das Land zahle 300 Millionen Euro pro Jahr für den SPNV, wovon mehr als die Hälfte auf Stations- und Trassenkosten entfielen.

Auch die stellvertretende Landtagsfraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Marie Luise von Halem, forderte den Konzern auf, seine Preisbildung für einzelne Bahnhöfe transparent zu machen. Der Bahnverkehr müsse attraktiv bleiben und dürfe sich nicht unverhältnismäßig verteuern.