" Nach fünf Jahren im Parlament stünden jetzt deutlich mehr und professionelle NPD-Kader auf der Landesliste als 2004. Zugleich erwartet die Grimmaerin erstmals einen Einzug der NPD in den Thüringer Landtag, der zeitgleich mit dem sächsischen Parlament am 30. August neu gewählt wird. Die NPD verfüge mittlerweile über eine stabile Stammwählerschaft von fünf Prozent, meint Köditz. Sie befürchtet zugleich einen zwangsläufigen Anstieg der Mandate der NPD bei den Kommunalwahlen im Juni. Durch die Präsenz im Landtag müsse die Partei keine Unterstützer-Unterschriften mehr sammeln und trete in weitaus mehr Kommunen an. Während sie derzeit in knapp 20 Kreis- und Gemeinderäten über Mandate verfüge, würden jetzt allein im Erzgebirgskreis in 15 Gemeinden Kandidaten aufgestellt, so Köditz. Keine Region in Sachsen könne mehr behaupten, sie habe kein Problem mit Rechtsextremisten. Die Gesellschaft habe bisher keine Strategie gefunden, sie nachhaltig zurückzudrängen. Die Beschneidung demokratischer Rechte etwa bei Demonstrationen oder in Parlamenten - sei aber der falsche Weg. "Wer Demokratie abbaut, erledigt das Geschäft der Nazis.”Den Vorwurf, sie betreibe Werbung für die NPD, wenn sie über sie berichte, weist Köditz zurück. "Durch Verschweigen verschwindet ein Problem nicht. Nur wer gut informiert ist, kann Gegenstrategien entwickeln." Nötig sei vor allem, soziale Gleichheit, Freiheit und Demokratie für alle Bürger herzustellen. Das Buch "Und morgen?" bietet - wenn auch aus der Perspektive einer Linken-Abgeordneten - einen vielschichtigen und gut lesbaren Einblick in die Entwicklung des rechten Randes. Sven HeitkampKerstin Köditz: "Und morgen? Extreme Rechte in Sachsen", Verbrecher Verlag Berlin 2009, 223 Seiten, 14 Euro