Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hat am Mittwoch die Berufungsurkunden an Vertreter aus Energiewirtschaft, Forschung, Gewerkschaften sowie Verbändenübergeben. Die 22 Mitglieder des mittlerweile fünften Energiebeirats werden alle drei Jahre berufen und beraten die Staatsregierung in Fragen der Energiepolitik. Schwerpunktthema der heutigen Auftaktsitzung ist die Aktualisierung und Weiterentwicklung des Energie- und Klimaprogramms 2012 (EKP). Das Wirtschaftsministerium hat hierzu ein umfangreiches Konsultationsverfahren eingeleitet, an dem auch der Energiebeirat beteiligt war, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Sachsen steht vor großen energiepolitischen Herausforderungen“, so der Wirtschaftsminister. „Zum einen müssen wir klar formulieren, welchen Beitrag Sachsen zur Energiewende leisten will, vor allem was den Ausbau der erneuerbaren Energien angeht. Zum anderen wird die Kommission ‚Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung‘ im Dezember wohl ein Ausstiegsdatum für die Braunkohleverstromung vorschlagen. Davon ist Sachsen mit dem Lausitzer und dem Mitteldeutschen Revier betroffen. Weil es um viel geht, ist der Rat von Experten unerlässlich.“

Neu in den Energiebeirat berufen wurde Mario Müller, Geschäftsführer der BDEW-Landesgruppe Mitteldeutschland. Der BDEW ist einer der wichtigsten Fachverbände der Energiewirtschaft und war bisher nicht mit einem eigenen Sitz im Energiebeirat vertreten. Ebenfalls neu berufen wurde Wolfgang Dirschauer, Vertreter der Lausitzer Energie AG (Leag). „Die Leag ist der wichtigste Arbeitgeber in der Lausitz und einer der Hauptakteure bei der Ausgestaltung des Strukturwandels, der uns durch den absehbaren Ausstieg aus der Braunkohleverstromung bevorsteht. Daher ist es wichtig, einen direkten Ansprechpartner im Energiebeirat zu haben – auch für die anderen Beiratsmitglieder. Denn der intensive Austausch und die Kooperation aller Akteure sind in Zukunft unabdingbar“, so Dulig weiter. „Sachsen ist insbesondere im Bereich Energieforschung sehr gut aufgestellt. Darin liegt eine große Chance, um auch in Zukunft eine hohe Wertschöpfung aus dem Energiesektor im Freistaat zu halten und ‚Energieland‘ zu bleiben.“