Bei einem Forum in der Akademie der Künste Berlin plädierten sie nachdrücklich für die Bewahrung der einzigartigen Stadt- und Flusslandschaft, teilte die Institution gestern mit. Wie die Unesco sehen sie eine Beeinträchtigung des geschützten Landschaftsensembles durch eine mehr als 700 Meter lange und mit einem Tunnel verbundene Brücke. Sie empfahlen den Behörden in Dresden und Sachsen eine Denkpause und die nochmalige Prüfung der Prämissen des Planfeststellungsverfahrens.
"Es geht nicht darum, eine schönere Brücke als die im Wettbewerb prämierte zu bauen, sondern generell, danach zu fragen, ob ein als Weltkulturerbe geschütztes Ensemble durch ein Bauwerk zerschnitten werden soll, das den prognostisch ungewissen Zahlen der Verkehrsplanung geschuldet ist", hieß es. Zeitdruck und Sachzwänge dürften nicht zu einem falschen Kompromiss führen. Notwendig seien vielmehr gründliche Neuüberlegungen, um der Verantwortung für den Erhalt einer einmaligen Stadt- und Flusslandschaft gerecht zu werden.
Dem Dresdner Elbtal droht die Aberkennung des Titels Unesco-Weltkulturerbe, wenn die umstrittene Brücke an der sensiblen Stelle gebaut wird. Der knapp 20 Kilometer lange Flussabschnitt war erst 2004 in die Liste des Welterbes aufgenommen worden. Bei einem Bürgerbegehren im Februar 2005 hatte die Mehrheit der Dresdner für den Bau einer Elbbrücke an der sensiblen Stelle gestimmt. Das Oberverwaltungsgericht Bautzen hatte Freistaat und Stadt nahe gelegt, gemeinsam mit der Unesco alternative Lösungen zu suchen. Beide Seiten hatten sich dazu bereit erklärt. (dpa/kr)