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| 02:39 Uhr

Experten fordern bessere Verteilung von Flüchtlingen im Land

Berlin. Asylbewerber sollten dort untergebracht werden, wo es freie Wohnungen, Schulplätze, Lehrstellen und Jobs gibt. Zwei Gutachten im Auftrag der Robert Bosch Stiftung kommen zu dem Schluss, dass die zwischen den Ländern derzeit praktizierte Verteilung der Flüchtlinge nach dem "Königsteiner Schlüssel" veraltet sei. dpa/sm

Das System zur Lastenteilung nach Einwohnerzahl und Steueraufkommen gibt es seit 1949. Danach müsste nach der Quote das größte Bundesland Nordrhein-Westfalen 21 Prozent aller Asylbewerber aufnehmen - tatsächlich sind es nach Berechnungen des arbeitgebernahen IW-Instituts knapp 23 Prozent, bei anerkannten Flüchtlingen sogar 29 Prozent und bei den Geduldeten rund 31 Prozent. Grundlage sind Zahlen von 2014, die nach Ansicht der Fachleute im Trend aber weiter gültig sind.

Begrüßt wird die von der Koalition geplante Wohnsitzauflage für Flüchtlinge. Das könne verhindern, dass die Menschen dorthin in Deutschland wollen, wo sie Freunde und Verwandte haben, es aber keine Arbeit gibt. Angeregt wird auch, die Aufteilung der Bundeshilfen an die Länder zu überarbeiten. Diese sollten nach dem Motto "Geld folgt Flüchtling" fließen. Für 2016 hat der Bund den Ländern 3,64 Milliarden Euro zugesagt.

Die ostdeutschen Flächenländer bekämen gemessen an der von ihnen betreuten Flüchtlingszahl zu wenig, die Stadtstaaten dagegen zu viel Geld. So fehlten Mecklenburg-Vorpommern etwa 5,8 Prozent an Mitteln, an Bremen gingen 11,3 Prozent mehr als der Durchschnitt. "Die Verteilung der Gelder in der Flüchtlingspolitik berücksichtigt nicht, welche Länder bei der Flüchtlingsversorgung besonders viel leisten", sagte Michael Thöne von der Uni Köln.