So erwartet die Wirtschaftsauskunftei Creditreform Dresden für 2009 einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen in Sachsen um bis zu 20 Prozent. Danach wären rund 2200 Firmen betroffen. Bereits 2008 gab es in Sachsen eine Trendwende: Insgesamt mussten 1860 Unternehmen den Gang zum Insolvenzgericht antreten - 2,2 Prozent mehr als noch 2007. Sorge bereitet den Rechtspflegern deshalb der Personalmangel. "Seit Jahren ist unser Bereich um bis zu 15 Prozent unterbesetzt", sagt die stellvertretende Vorsitzende des Verbandes sächsischer Rechtspfleger, Uta Fischer. Steige die Anzahl der Verfahren, verlängere sich auch die Bearbeitungszeit entsprechend. Vor allem bei Zwangsversteigerungen zeichne sich bereits eine Verschlechterung ab. "Es gibt immer weniger Interessenten", sagt sie. Zudem werde weniger Geld für Immobilien geboten, weil Käufer sparen wollen oder keine entsprechenden Kredite bekommen. Nach Angaben des Verbandes zieht sich der Personalmangel vom Oberlandesgericht bis hin zum Amtsgericht, wo er allerdings besonders ins Gewicht fällt. Hier stehen zahlreiche Verfahren an, vor allem Grundbucheintragungen oder Insolvenzverfahren. Sachsens Justizministerium sieht die Rechtspflege im bundesweiten Vergleich dagegen gut aufgestellt. Die Amts- und Landgerichte seien zu 95 Prozent besetzt, sagte ein Sprecher. Man wolle die Insolvenzsituation aber beobachten und entsprechend reagieren. Derzeit sind im Freistaat Sachsen knapp 1000 Rechtspfleger tätig. Sie sind wie Richter ein unabhängiges Organ der Rechtssprechung. Rechtspfleger bestellen und kontrollieren Vormünder, stellen Erbscheine aus, entscheiden über Grundbucheintragungen, leiten Zwangsversteigerungen und erlassen Mahn- und Vollstreckungsbescheide.