Die vertraglichen Grundlagen für die Vermittlung des Stadioninvestors Michael Kölmel durch den Berater und CDU-Wahlkampfhelfer Roland Poser seien bei wohlwollender Betrachtung "bestenfalls als hemdsärmlig zu bezeichnen", schrieb der Vorstand der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, Christopher Smith, laut einem Zeitungsbericht in einer Stellungnahme. Über die Verträge zwischen Poser und CDU-Stadtkämmerer Peter Kaminski habe er zwar keinen vollständigen Überblick, dennoch sei schwer verständlich, warum sie ohne professionelle Hilfe verfasst worden seien, urteilte Schmidt in der Stellungnahme, die er dem Bericht zufolge im November 2003 an OB Tiefensee (SPD) geschickt hat.
Kaminski wird vorgeworfen, seinem Wahlkampfhelfer Poser als Dank für seine Dienste eine Millionenprovision beim Neubau des Zentralstadions verschafft zu haben (die RUNDSCHAU berichtete).
Die Höhe der Stadion-Provision für Poser (2,088 Millionen Euro) gelte zwar als "nicht unüblich", schrieb Smith laut Zeitungsbericht weiter. Allerdings hätte man die Höhe der Zahlung durch eine umsichtige Vertragsgestaltung mit der Poser-Firma Connect begrenzen können. So sei die Provision auf die im ursprünglichen Vertrag vereinbarte Investitionssumme von 240 Millionen Mark berechnet und gezahlt worden, obwohl der Investitionsbetrag später auf 177 Millionen Mark gesunken sei.
"In Ermangelung gegenteiliger Nachweise kann davon ausgegangen werden, das Connect den Investor Kölmel vermittelt hat", schrieb Smith. Auch habe er keine Anhaltspunkte gefunden, die auf unlautere Absichten städtischer Vertreter schließen ließen. Gleichwohl hätte Kaminski besser daran getan, Kollegen einzubeziehen und sich durch die penible Einhaltung einschlägiger Vorschriften abzusichern. Auch gebe es im Rathaus offensichtlich nicht genügend Kontrollmechanismen, die dafür sorgen, dass die internen und öffentlich rechtlichen Vorschriften eingehalten werden. (ddp/gb)