Der Lausitzer Existenzgründerpreis (Lex) wird am heutigen Freitag zum elften Mal vergeben. In Cottbus gibt die Wirtschaftsinitiative Lausitz (WiL) bekannt, welche der 45 eingereichten Geschäftspläne von Unternehmensgründern aus der brandenburgischen und der sächsischen Lausitz die Jury überzeugt haben.

Im Vorfeld hat der Potsdamer Regierungschef Dietmar Woidke das Format des Wettbewerbes gewürdigt. Es gebe in Brandenburg noch kleinere regionale Initiativen wie den Existenzgründerpreis Barnim-Uckermark 2014. "Ein vergleichbar großes Format wie der Existenzgründerwettbewerb der Wirtschaftsinitiative Lausitz ist mir für andere brandenburgische Regionen aber nicht bekannt", sagte Woidke. Auf Ebene der Hauptstadtregion gebe es noch den Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg. Das sei Deutschlands größte regionale Existenzgründungsinitiative, mit der Gründer seit 20 Jahren bei der Erstellung eines Geschäftskonzeptes unterstützt und somit erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensgründungen gefördert werden.

In seinem persönlichen Umfeld kenne der Forster Woidke eine Reihe von Existenzgründern, die ihre Geschäftsidee zum Erfolg geführt haben. "Mattig & Lindner" aus Forst seien so ein Beispiel, erklärt der Ministerpräsident auf eine entsprechende RUNDSCHAU-Frage. "Ein mittelständisches Bauunternehmen, seit vier Generationen in Familienbesitz, 1972 enteignet und gleich 1990 wieder reprivatisiert. Heute beschäftigt das Unternehmen 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter." Woidke fügt hinzu: "Oder Sascha Philipp aus Preschen, der mit seiner Familie das Landgut Preschen betreibt. Auf gut 800 Hektar wird bei ihm ökologische Landwirtschaft praktiziert. Unter anderem finden sich dort eine der größten biologischen Chicorée-Treibereien bundesweit. Und dann fallen mir natürlich auch Goedele Matthyssen und Peter Bienstman von der Confiserie Felicitas ein. Vor rund 20 Jahren entdeckten die beiden Belgier die Schokoladenseite der Lausitz für sich und produzieren seitdem sehr erfolgreich Kunstwerke aus bester belgischer Rohschokolade."

Für die grenzüberschreitende Lausitz, so Woidke, sei der Lex-Wettbewerb überaus wertvoll. Zugleich verdeutlicht der Ministerpräsident, dass jede Initiative, die das Thema Existenzgründung in den Blick der Öffentlichkeit rückt, zu begrüßen sei. Der Lex zeigt gute Beispiele für gelungene Gründungsprojekte. "Die gewürdigten Existenzgründerinnen und -gründer sind Vorbilder. Sie geben anderen Mut, den Schritt in die Selbstständigkeit ebenfalls einzuschlagen", betont Woidke. Viele ehemalige Preisträger des Lex seien heute erfolgreiche Unternehmer. Sie würden Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen und zur regionalen Wertschöpfung beitragen.

Die Lex-Bilanz in einem Jahrzehnt kann auf mehr als 600 eingereichte Geschäftspläne verweisen. Von 2004 bis 2013 haben insgesamt 900 Gründer daran teilgenommen. 193 Wettbewerbsfirmen sind nach Angaben der WiL heute noch am Markt. In diesen Unternehmen seien rund 750 Arbeitsplätze neu geschaffen oder erhalten worden.