Die Projektsteuerer auf der Baustelle für den neuen Hauptstadtflughafen haben aus Sicht des früheren Technikchefs Thomas Weyer keine gute Arbeit geleistet. „Es war ein sehr zähes Zusammenarbeiten und die Qualität hätte ich mir schon etwas besser vorgestellt“, sagte Weyer am Freitag im Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses über die Erfahrung mit den Baumanagern der Firma WSP. So habe es zu viele Personalwechsel gegeben.

Weyer bestätigte, dass der Terminalentwurf geändert wurde, um mehr Platz für Läden zu haben, und dass der Aufsichtsrat Pläne gegen das Votum der Geschäftsführung umgewandelt habe. Dabei ging es um die spezielle Fluggastbrücke für den Großraumjet A380 - für die Grünen „ein kosten- und zeitintensiver Fehler“.

„Seine Aussage erhärtet die These, dass die Flughafengesellschaft für einen erfolgreichen Projektverlauf organisatorisch zu schlecht aufgestellt war“, betonten die Abgeordneten Andreas Otto und Harald Moritz. „Das Zusammenspiel von Aufsichtsrat, Geschäftsführung und insbesondere dem Projektsteuerer war problematisch.“

Weyer war von 2004 bis 2008 Technik-Geschäftsführer. Heute ist er Finanzchef des Münchener Flughafens. Sein früherer Arbeitgeber steht aus seiner Sicht finanziell auch im laufenden Geschäft nicht besonders gut da. Die Flughafengesellschaft hatte im vergangenen Jahr ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 55 Millionen Euro verbucht. „Das ist natürlich erschreckend wenig“, sagte Weyer. Er erinnerte daran, dass die Kennziffer wenige Jahre zuvor noch über 100 Millionen Euro gelegen hatte.

Flughafenchef Hartmut Mehdorn hatte bei der Ergebnisvorlage im Sommer die Zahlen als Beleg genommen, dass das Unternehmen abgesehen von den Problemen beim Bau des neuen Hauptstadtflughafens robust sei.