Sachsens früherer Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) hat angesichts der ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Chemnitz die Bürger zu mehr Engagement für ihre Heimat aufgerufen. „Das ist neben dem Schutz durch den Staat eine unverzichtbare Anstrengung der Bürger selbst“, sagte er in der ARD-Sendung „Maischberger“ am Mittwochabend. „Wenn man die Sache dem Staat überlässt und der Polizei, dann wird das nicht gelingen.“

Er ging davon aus, dass die AfD bei der Landtagswahl im kommenden Jahr nur rund zwölf Prozent erringen wird – und nicht mehr stärkste Partei in Sachsen wird wie bei der Bundestagswahl im September vergangenen Jahres.

Biedenkopf war von 1990 bis 2002 Ministerpräsident in Sachsen. Auf die Frage, ob für das Land Sachsen bereits ein Schaden und ein Imageproblem entstanden sei, antwortete er, was in Chemnitz, der Geburtsstadt seines Vaters, passiert sei, „ist schlecht für uns“: „Es ist viel schief gegangen und es ist viel Schmerz entstanden, aber mit dieser pauschalen Verurteilung eines Landes kommen Sie nicht weiter.“