"In Berlin haben damals 200 000 Menschen gegen Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus protestiert, und selbstverständlich sind Bundespräsident und Bundeskanzler vorneweg marschiert. So eine öffentliche Reaktion brauchen wir auch jetzt", sagte Schröder. Zwei Tage vor Heiligabend hat das Pegida-Bündnis am Montagabend in Dresden erneut gegen eine vermeintliche "Überfremdung" Deutschlands mobilgemacht. Am Montag vergangener Woche hatten sich rund 15 000 Menschen an der Demonstration in Dresden beteiligt. Etwa 5650 protestierten dagegen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, wandte sich gegen eine Dämonisierung der Bewegung. "Es gilt, Ängste abzubauen und mit den Menschen auf der Straße ins Gespräch zu kommen. Es bewirkt nichts, wenn wir pauschal diejenigen verteufeln, die da demonstrieren", sagte er. Man müsse sich mit ihnen auseinandersetzten und klarmachen: "Christen sollten alles tun, damit Flüchtlinge gut behandelt werden."

Nach Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) plädierte auch Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) dafür, sich argumentativ auseinanderzusetzen. "Ausgrenzung hilft hier nicht weiter, das stärkt solche Bewegungen nur", sagte Müller. Es sei Aufgabe der Politik, den Demonstranten klarzumachen, dass es sich bei Asylsuchenden nicht um Fanatiker und Wirtschaftsflüchtlinge handele, sondern um Kriegsopfer.

Grünen-Chef Cem Özdemir wies Forderungen nach einem Dialog zurück. Er halte nichts von "so einer weinerlichen Haltung im Umgang mit Pegida", sagte er. "Klartext ist angesagt und nicht dieses Gesülze, was ich da zum Teil höre von manchen Kollegen von mir." Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte: "Mit Rassisten in Nadelstreifen haben wir nicht zu reden.