Ein Hangar auf dem ehemaligen Berliner Flughafen Tempelhof wird nun schneller als geplant als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Etwa 1000 Menschen sollen dort schlafen können, sagte die Sprecherin der Sozialverwaltung, Regina Kneiding, am Samstag. Der Grund ist der anhaltend hohe Flüchtlingszustrom auch nach Berlin: Allein an diesem Wochenende sollen bis zu 1000 Flüchtlinge von der Balkanroute via Bayern nach Berlin kommen, sagte die Sprecherin. Alle 90 Unterkünfte in Berlin seien aber voll belegt. Noch am Abend sollten die ersten Asylbewerber im Hangar 1 des ehemaligen Flughafens unterkommen.

In der Nacht zum Samstag erreichten 150 Menschen in Bussen die Hauptstadt, am Vormittag reisten 113 mit einem Sonderzug an. 200 weitere fuhren nach Brandenburg weiter. Darüber hinaus reisten täglich viele Flüchtlinge und Asylbewerber selbssttändig nach Berlin. So seien in der Nacht zu Samstag 130 Menschen unangekündigt in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Motardstraße angekommen, teilte Kneiding mit. Sie mussten in andere Unterkünfte verteilt werden.

In der Flughafenhalle bauten Mitarbeiter von Bundeswehr, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk die rund 70 Zelte wieder auf, die bisher auf dem Gelände der Kaserne in Spandau aufgestellt waren und in dieser Woche geräumt wurden. Die Zelte sollten die bereits montierten Betten voneinander abtrennen und für mehr Privatsphäre sorgen. Betreiber der neuen Notunterkunft ist laut Senatsverwaltung die Tamaja GmbH.