Es geht um 116 000 Euro von den Stadtwerken Weißwasser, die der Klub für diese Saison in seinen Haushalt bereits eingeplant hat. Hartwig Rauh, parteiloser Oberbürgermeister in Weißwasser, will das Geld anderen Vereinen der Stadt zukommen lassen (die RUNDSCHAU berichtete). Krein und weitere Mitglieder des Füchse-Finanzbeirates, darunter die Rauh-Vorgängerin und jetzige sächsische Sozialministerin Helma Orosz (CDU), werden am kommenden Dienstag versuchen, Rauh umzustimmen.
„Das Geld muss kommen“ , sagte Krein, sonst drohe dem EHC die Insolvenz. Das Aus des Profiklubs, ist sich Krein sicher, bedeute auch das Ende des Eishockeysports insgesamt in Weißwasser. Für den Cottbuser ist es ein „trauriger Zustand“ , dass dem Oberbürgermeister an dem „Alleinstellungsmerkmal“ eines Zweitliga-Eishockeyklubs offenbarwenig liegt. Helma Orosz äußert ebenfalls ihr „tiefes Unverständnis“ für die Blockadehaltung des Oberbürgermeisters. Sie verweist auf den 2002 zwischen Stadt und Stadtwerken geschlossenen Privatisierungsvertrag, der eine finanzielle Unterstützung des Eishockeysports in Weißwasser von jährlich 200 000 Eu ro über einen Zeitraum von zehn Jahren vorsieht. 60 000 Euro jährlich waren laut dem Vertrag anderen Vereinen in Weißwasser vorbehalten. Die französische Firma Veolia, die damals die Stadtwerke kaufte, erklärte sich bereit, diese Sponsoringmittel bereitzustellen. Die Stadt Weißwasser reicht seit 2002 dafür die Anträge beim Aufsichtsrat der Stadtwerke ein, der sie stets durchwinkt.
Erstmals hat die Stadt dieses Jahr für den EHC keinen Antrag gestellt. Der Grund dafür: Oberbürgermeister Rauh will nur noch dem Eissportverein ES Weißwasser (ESW) als dem Betreiber der Eisporthalle die Finanzhilfe zukommen lassen. Der Profiklub EHC müsse als GmbH selbst sehen, wie er sich wirtschaftlich behaupte. „Dafür sind wir nicht zuständig“ , so Rauh. Er sieht zudem die vielen anderen Vereine der Stadt seit Jahren gegenüber den Lausitzer Füchsen benachteiligt.
Die Drohung mit Insolvenz kenne er aus dem vorigen Jahr, als der EHC einen Zuschuss für das Betreiben der Eissporthalle erbeten habe, den er dann auch bekam. Als Folge hatte sich der ES Weißwasser bereit erklärt, die Halle zu betreiben.
Dieter Krein kann nicht verstehen, warum Rauh statt des EHC andere Vereine stärker fördern will: „Ein Kleingartenverein leistet für das Image der Stadt nicht das, was der EHC leistet.“ Andere Städte würden sich für ihre sportlichen Zugpferde weit stärker engagieren. Zudem, erinnert Krein, habe sich der EHC 2005 bereit erklärt, jährlich auf 84 000 Euro zu verzichten, um die 950 000 Euro Schulden des ESW abzutragen.
„EHC und ESW bilden eine Symbiose und sind nicht zu trennen“ , sagt Füchse-Sprecher Andreas Friebel. Im Stadtrat von Weißwasser scheint man dennoch der Meinung zu sein, dass genau dies versucht werden sollte. Sowohl Karl-Heinz Kuttan (CDU) als auch Timo Schutza (Freie Wählervereinigung Klartext) stehen hinter Rauh. Wichtig sei der Erhalt des Eissports, nicht der Erfolg des Zweitligisten um jeden Preis. Zudem, sagen beide, habe kaum jemand unter den Stadträten großes Vertrauen in die Fähigkeit des EHC, gut zu wirtschaften. Beide sehen die Gefahr der Insolvenz. Kuttan: „Dann wäre das Geld weg, das wir für sie beantragt haben.“ Diese Gefahr sieht auch Frank Schwarzkopf vom Stadtverein. Er vermutet, dass die Füchse am Ende Sponsoringmittel bekommen, diese aber weit unter der Summe von 116 000 Euro liegen werden.