Von Leipzig sei 1989 mit den Friedensgebeten der Ruf "Keine Gewalt" ausgegangen. Heute könnte dieser Ruf "Keine Ausgrenzung" und "Keine Gewalt" lauten.
Die evangelische Kirche setze sich für eine gerechte Teilhabe an der Gesellschaft auch für Ausländer und eine großzügige Bleiberechtsregelung ein, betonte Huber. Bei "Keine Gewalt" denke er auch an den ermordeten libanesischen Industrieminister Pierre Gemayel.
Huber erinnerte an das im brandenburgischen Guben eröffnete Plastinarium des umstrittenen Leichenpräparators Gunther von Hagens. "Ich sehe darin eine Verrohung der Sitten, bei der nicht nur Körper, sondern auch Seelen in Scheiben geschnitten werden", sagte er. Eine Verrohung der Sitten gebe es aber nicht nur bei Soldaten in Afghanistan, die mit menschlichen Gebeinen posierten. "Es gibt sie mitten unter uns", sagte der EKD-Vorsitzende. Der Buß- und Bettag helfe, um Kraft für Umkehr zu bitten.
Landesbischof Jochen Bohl appellierte an die Bereitschaft, das Eingeschliffene und Altbekannte aufzugeben. In seiner Predigt in der Dresdner Kreuzkirche erinnerte er an junge Christen, die vor 25 Jahren begannen, die Aufnäher "Schwerter zu Pflugscharen" zu tragen. Sie hätten sich den Versuchungen nicht angepasst, betonte er.
Sachsen ist das einzige Bundesland, in dem der Feiertag per Gesetz arbeitsfrei ist. In den anderen Ländern wurde er 1995 trotz Protesten der Kirchen zur Finanzierung der Pflegeversicherung abgeschafft. (dpa/mb)