Damit wandte sich die Kirche vor allem gegen Rechtsextremisten.

Einen Präzedenzfall gibt es in der benachbarten Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM): Dort wurde 2012 der Ortsbürgermeister von Krausch witz (Burgenlandkreis), Hans Püschel, von der Leitung des örtlichen Gemeindekirchenrats ausgeschlossen, nachdem er von der SPD zur NPD übergetreten war.

"Wir haben derzeit keine derartigen Fälle in der Ekbo", betonte Landesbischof Markus Dröge vor Journalisten. "Aber wir haben uns die Möglichkeit geschaffen, dagegen juristisch vorzugehen, falls sich so etwas anbahnt."

Es dürfe niemand in eine Gemeindeleitung gewählt werden, der sein Leben nicht am Evangelium ausrichte. "Wir wissen, dass extremistische Organisationen die Strategie verfolgen, sich in bürgerliche Gremien einzubringen."

Wie Synodenpräses Andreas Böer, im Hauptberuf Bürgermeister von Reichenbach in der Oberlausitz, erklärte, sollten die die Kirchengemeinden nun im Einzelfall prüfen, ob ein Mitglied gegen die neue Regelung der Grundordnung verstoße und deshalb nicht in den Gemeindekirchenrat gewählt werden könne. Der Beschluss sei allerdings kein Aufruf zu einer flächendeckenden Überprüfung der kirchlichen Gremien.

Während seiner Herbsttagung forderte das Kirchenparlament der rund 1 060 000 Gemeindeglieder zählenden Ekbo zudem die Länder Brandenburg, Sachsen und Berlin auf, sich auf Bundesebene für eine humanere Flüchtlingspolitik einzusetzen. Die Ursachen von Flucht und Migration müssten stärker bekämpft werden, ferner sollten internationale Handelsbeziehungen fairer gestaltet werden. Rüstungsexporte in Krisengebiete sollten gestoppt werden.

Daneben beschlossen die Kirchenparlamentarier den Doppelhaushalt der nächsten beiden Jahre: Er umfasst 325 Millionen Euro für 2014 und 321 Millionen Euro für das Jahr 2015.

Für Aufsehen sorgte während der Tagung ein Bericht des kirchlichen Rechnungshofs: Eine Reihe Berliner Kirchengemeinden vermietet demnach Wohnungen zu deutlich unter dem Marktwert liegenden Preisen etwa an Kirchenälteste und deren Angehörige. "Erhöhungspotenziale bei Mieten, Pachten und Nutzungsentgelten" würden nicht ausgeschöpft, heißt es in dem Bericht.

Der oberste Jurist der Ekbo, Konsistorialpräsident Ulrich Seelemann, forderte die Gemeinden am Rande der Synode zu "marktgerechten Mieten" auf, bei denen freilich auch soziale Grundsätze berücksichtigt werden müssten.