Von Benjamin Lassiwe

Der SPD-Europakandidat Simon Vaut hat seine Anhänger um Verzeihung für seine Lügengeschichten gebeten. „Die Vorwürfe treffen zu“, schrieb er am Sonntag im sozialen Netzwerk „Facebook“. „Ich habe nie, anders als ich es angegeben habe, in Brandenburg an der Havel gelebt: Ich wohnte und wohne in Berlin.“ Er habe eine rechtlich verbindliche Erklärung an den Bundeswahlleiter unterzeichnet, sodass im Falle eines Wahlerfolges statt ihm Maja Wallstein in das Europäische Parlament einziehen werde. Vaut bat zudem darum, nun nicht die SPD für ihn abzustrafen.

Zuvor hatte bereits das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ über die Entschuldigung Vauts berichtet. Dem Magazin zufolge prüft das Bundeswirtschaftsministerium, wo Vaut eigentlich in der kommenden Woche verbeamtet werden sollte, nun dessen Beamtenstatus. Vaut hatte im vergangenen September knapp die Spitzenkandidatur der Brandenburger SPD gewonnen. Auf der Europawahlversammlung in Wildau war er jedoch mit einer entfernten Bekannten aufgetreten, die er vor den Delegierten als seine Frau ausgab. „Zurück nach Brandenburg gelockt hat mich die Liebe in Gestalt von Doreen“, sagte er dort in seiner Bewerbungsrede. „Ich arbeite zwar in Berlin. Aber das Schönste an Berlin ist für mich längst der Regionalzug RE 1 um 18.07 Uhr, der mich am Abend zurück nach Brandenburg an der Havel bringt.“

Als das Stadtfernsehen Brandenburg (Havel) am Montag die Lüge aufdeckte, hatte Brandenburgs SPD umgehend reagiert. Noch vor einer Telefonferenz mit Mitgliedern des Parteivorstands hatte der Landesvorsitzende Dietmar Woidke, der in Wildau ohnehin Vauts Gegenkandidatin Maja Wallstein unterstützt hatte, Vaut zum Rücktritt aufgefordert.