Wie reagieren die Börsen auf die Bundestagsentscheidung?

Der deutsche Leitindex Dax zog unmittelbar nach der breiten Zustimmung im Parlament um fast 1,5 Prozent an. Die Börsianer hoffen auf einen „großen Wurf“ beim zweiten Krisengipfel in Brüssel. Dort aber waren die Fronten in den Verhandlungen mit den Banken über die Umschuldung Griechenlands zuletzt verhärtet. Auch die Rolle der Europäischen Zentralbank blieb umkämpft. So könnte es an den Märkten bald Ernüchterung geben.

Was bedeuten die neuen Parlamentsrechte für Merkel?

Viele sehen die Rolle der Kanzlerin in Europa eindeutig gestärkt. Doch wichtiger ist das Signal an die Partner in Europa: Das deutsche Parlament akzeptiert nicht mehr, dass Geld der Steuerzahler ohne vorherige Befassung der Volksvertreter einfach so verteilt wird.

Ist die Schuldenkrise bald ausgestanden?

Nein. Viele Jahre haben einige Euro-Länder über ihre Verhältnisse gelebt und gigantische Schuldenberge aufgetürmt. Mit einem neuen EU-Vertrag, scharfen Sanktionen und einer stärker abgestimmten Wirtschafts- und Finanzpolitik soll die Euro-Zone dauerhaft saniert werden. Ob Griechenland die Kurve kriegt und Wackelkandidaten wie Italien und Spanien ihre Hausaufgaben machen, ist jedoch fraglich.

Wie hoch ist das Risiko der Steuerzahler?

Beim Rettungsfonds EFSF haftet Deutschland mit bis zu 211 Milliarden Euro für Notkredite. Mit der Aufrüstung des Fonds über heftig umstrittene Hebel-Modelle auf eine Billion Euro oder mehr, könnte das Risiko aber größer werden. Wenn alles gut geht, kann das Risiko aber auch sinken.

Ist die diskutierte neue Börsensteuer vernünftig?

Die Abgabe ist umstritten. Merkel und Schäuble wollen sie notfalls nur in den 17 Euro-Ländern einführen. Das soll als Signal an die wütenden Bürger verstanden werden, dass Finanzwelt und Spekulanten an den Kosten der Krisen beteiligt würden.