Schäuble ist der 54. Träger der renommierten Auszeichnung.

Das Direktorium würdige mit dem Preis die „bedeutenden Beiträge“ Schäubles zur Stabilisierung der europäischen Währungsunion und zur Vertiefung des Einigungsprozesses, sagte der Sprecher des Gremiums, Jürgen Linden. Überdies solle die Rolle Schäubles als „Ideengeber“ und „wichtiger Akteur“ bei „nahezu allen Integrationsfortschritten“ der EU in den vergangenen drei Jahrzehnten ausgezeichnet werden. Europa sei für den 69-jährigen CDU-Politiker eine „Herzensangelegenheit und innere Überzeugung“, erklärte das Direktorium. Schäuble zähle auf nationaler wie internationaler Ebene zu den wenigen aktiven Politikern, die die europäische Einigung seit den 80er-Jahren begleitet hätten. Mit dem Preis werde Schäubles Lebenswerk gewürdigt, sagte der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU).

Die Vergabe der Auszeichnung an Schäuble ist auch eine Reaktion des Karlspreis-Direktoriums auf die aktuelle Krise. „Der Euro befindet sich im Augenblick in einer tiefen Krise. Die gesamte europäische Diskussion wird überlagert von Fragen zur Euro-Zone und zur Stabilität der gemeinsamen Währung“, sagte Linden. Das Direktorium habe viele weitere europäische Aspekte besprochen, etwa die Demokratisierungsdiskussion oder den Nord-Süd-Dialog, doch der Euro habe den Schwerpunkt der Debatte gebildet. Auch die Möglichkeit, den Preis 2012 in der Euro-Krise nicht zu verleihen, sei besprochen worden. Ein anderes Thema als die Währungskrise zum Tenor der Karlspreis-Verleihung 2012 zu machen hätte „möglicherweise jeder als Ausflucht empfunden“, sagte Linden.

Die Entscheidung für Schäuble sei vor allem vor dem Hintergrund gefallen, dass sich Schäuble bereits seit den 70er-Jahren vehement für die europäische Einigung einsetze und zu einem Garanten für die europäischen Integrationsfortschritte geworden sei.