Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch sei zudem in der Pflicht bei inneren Reformen. Trotz aller Kritik hielt die EU jedoch bei dem zweitägigen Spitzentreffen die Tür zu dem Land offen - auch um der Opposition zu helfen. Auf Druck Moskaus hatte die Ukraine ein ehrgeiziges Abkommen für Assoziierung und freien Handel auf Eis gelegt.

Beim Gipfel wurde eine Unterzeichnung im Februar oder März ins Spiel gebracht. Kiew müsse das jedoch wünschen und dafür Bedingungen erfüllen. "Die EU stimmt überein: Die Annäherung an die EU ist eine Sache der Wahl, nicht eines Tauschhandels", erklärte die Gastgeberin und litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich mit Blick auf den Pakt skeptisch. "Ich habe keine Hoffnung, dass das jetzt diesmal gelingt." Wie andere Staatenlenker auch sagte sie: "Die Tür ist offen ."

Der ukrainische Vize-Regierungschef Sergej Arbusow betonte, sein Land habe sich nicht von der EU abgekehrt. "Die Ukraine braucht Europa." Arbusow beklagte aber, dass Brüssel beim Aushandeln des EU-Abkommens keine Entschädigung für die Verluste angeboten habe, die der Ukraine durch den Wegfall von Vorteilen auf dem russischen Markt entstünden. Nach Vilnius reisten auch ukrainische Oppositionspolitiker wie der Boxweltmeister Vitali Klitschko, die Druck für einen EU-Kurs ihres Landes machen wollten. Klitschko erhob schwere Vorwürfe gegen den ukrainischen Präsidenten. "Janukowitsch fürchtet sich vor europäischen Standards, denn sie würden ihn dabei stören, das Land weiter auszuplündern", hieß es in einer Mitteilung des 42-Jährigen.