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EU will Modellregion für Strukturwandel unterstützen

Die Bürgermeisterin von Spremberg in Brandenburg, Christine Herntier (parteilos) und der Oberbürgermeister von Weißwasser in Sachsen, Torsten Pötzsch (parteilos).
Die Bürgermeisterin von Spremberg in Brandenburg, Christine Herntier (parteilos) und der Oberbürgermeister von Weißwasser in Sachsen, Torsten Pötzsch (parteilos). FOTO: Patrick Pleul (dpa-Zentralbild)
Weißwasser/Cottbus. Die Lausitzrunde hat bei der EU in Brüssel um Unterstützung beim Strukturwandel in der Region geworben. Und das Gremium aus Kommunalpolitikern fand in der EU-Generaldirektion Energie offene Ohren. Ch. Taubert

Eine Modellregion Lausitz haben sich die Bürgermeister und Landräte der Lausitzrunde auf die Fahnen geschrieben. Dabei sollen Perspektiven für die sächsische und brandenburgische Lausitz nach der Kohle entwickelt werden. Bei einem Treffen in Brüssel hat der Chef der EU-Generaldirektion Energie, Dominique Ristori, Hoffnungen geweckt.

Wie der Oberbürgermeister von Weißwasser (Landkreis Görlitz), Torsten Pötzsch, am Mittwoch gegenüber der RUNDSCHAU bestätigte, wolle Brüssel ein solches Projekt unterstützen. Der Klartext-Politiker sowie die Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) waren am Dienstag am EU-Sitz mit Ristori zusammengetroffen. Dabei habe der EU-Energie-Experte nach Pötzschs Angaben zum Ausdruck gebracht, dass es für Regionen wie die Lausitz auch in der neuen EU-Förderperiode ab 2020 Programme geben müsse. Sie müssten für Projekte in Regionen zur Verfügung stehen, die aufgrund der europäischen Energiepolitik unter daraus resultierenden strukturellen Veränderungen leiden. Pötzsch erklärte weiter, dass es bei der geplanten Modellregion Lausitz um Beispiele der Ansiedlung von Unternehmen etwa aus der Auto- und chemischen Industrie gehe.

Dominique Ristori hatte den beiden Rathauschefs in dem Gespräch vorgeschlagen, das Projekt Modellregion gemeinsam mit Polen anzugehen. Dort sei nach seinen Worten schon eine Reihe konkreter Ideen für die Zeit nach der Kohleverstromung entwickelt worden. Die Lausitzrunde, so Pötzsch, wolle deshalb keine Zeit verstreichen lassen und sich schon in den nächsten Tagen mit polnischen Politikern treffen.

In einer Mitteilung der Lausitzrunde wird zudem darauf verwiesen, dass Brüssel auf ein Leitbild für die künftige Entwicklung in der Lausitz dränge. Erst dann könnten konkrete auf die Zukunft ausgerichtete Projekte mit Unterstützung der EU angegangen und umgesetzt werden.