"Die politische Landschaft in Tschechien ist alles andere als wunderschön, sie ist ausgesprochen unübersichtlich", sagte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Freitag am Rande eines Treffens der 27 EU-Außenminister im tschechischen Ort Hluboká nad Vltavou (Frauenberg). Es bestehe Einigkeit über die Linie: "Trotz der innenpolitischen Entscheidungen hier, trotz des Misstrauensvotums werden wir mit dieser Präsidentschaft weiterhin so gut wie möglich zusammenarbeiten."Es sei schwierig, wenn man im Namen der gesamten Europäischen Union sprechen solle und nicht einmal im Namen des eigenes Landes sprechen dürfe, sagte Dänemarks Außenminister Per Stig Møller. "Wir müssen der tschechischen Ratspräsidentschaft entschlossen helfen", sagte der italienische Außenminister Franco Frattini. "Es wäre eine Katastrophe, wenn Europa keine gemeinsame Sprache fände."Ungewissheit herrschte darüber, ob die Regierungskrise in Tschechien auch die Ratifizierung des Lissabon-Vertrags im tschechischen Senat gefährdet. Mit dem Vertrag will sich die EU spätestens ab Oktober dieses Jahres eine neue Rechtsgrundlage geben. "Selbstverständlich ist insbesondere die Abstimmungslage im tschechischen Senat noch schwieriger geworden", sagte Steinmeier. dpa/cd