Die ersten 4000 Soldaten sollten "innerhalb von Tagen, nicht von Wochen stationiert werden". Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Jacques Chirac hatten zuvor Israel eindringlich dazu aufgerufen, die See- und Luftblockade des Libanons zu beenden.
Der derzeitige Vorsitzende des EU-Außenministerrates, der finnische Außenminister Erkki Tuomioja, sprach von 5600 bis 6900 Soldaten für die Verstärkung der UN-Friedenstruppe. Es handele sich um "feste Zusagen", sagte Annan. Weder er noch Tuomioja machten jedoch genaue Angaben, welcher Staat wie viele Soldaten schicken wird. Annan sagte, Frankreich solle die UN-Truppe (Unifil II) bis Februar 2007 weiterführen. "Ich habe entschieden, dass danach Italien die Führung übernimmt." Frankreichs Außenminister Philippe Douste-Blazy sagte, Paris habe dagegen keine Einwände.
Annan sagte, ein Einsatz der UN-Truppe an der Grenze zu Syrien stehe nicht zur Debatte. "Der Libanon müsste uns darum bitten. Und der Libanon hat nicht darum gebeten." Der UN-Generalsekretär stellte auch klar, die UN-Soldaten sollten die radikal-islamische Hisbollah-Milizen nicht entwaffnen.
Der Nahostkonflikt stand gestern auch im Mittelpunkt der Gespräche zwischen Chirac und Merkel. "Sehr glücklich" äußerte sich Merkel über Chiracs Ankündigung vom Vorabend, das französische Kontingent der Unifil-Truppe von 400 auf 2000 aufzustocken. Italien will bis zu 3000 Soldaten stellen. Spanien sagte ein "verstärktes Bataillon" von 1200 Mann zu, Belgien schickt knapp 400 Soldaten in den Libanon.
Die UN haben nach Angaben aus dem Bundestag bei der Zusammenstellung der Friedenstruppe für den Libanon ein Überangebot an Marinekräften. Auch Deutschland hat sich bereit erklärt, vor der Küste des Libanon die Marine einzusetzen, um Waffenschmuggel zu verhindern.
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) beauftragte das Havariekommando in Cuxhaven, sich an der Bekämpfung eines Ölteppichs im Mittelmeer zu beteiligen, der durch die israelische Bombardierung eines Kraftwerks im Libanon entstanden ist.
Das US-Außenministerium untersucht nach einem Zeitungsbericht, ob Israel gegen geheime Vereinbarungen verstoßen und im Libanon auch amerikanische Streubomben eingesetzt hat. (dpa/uf)