Alle Regierungen der Euro-Zone seien bereit, Griechenland zu helfen, zitierte die Kommissionssprecherin Wirtschaftskommissar Rehn. Die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Viviane Reding, drängte auf eine rasche Zusage zu dem Hilfspaket, gegen das die Bundesregierung noch massive Vorbehalte hat. ,,Das wirtschaftliche und finanzielle Schicksal Griechenlands ist gerade in der Krise untrennbar mit dem Wohlergehen der übrigen Euro-Staaten verbunden", sagte Reding der Zeitung ,,Die Welt".

Das hoch verschuldete Griechenland hatte die Staaten der Euro-Zone am Freitag um Milliardenhilfen gebeten. Ein zuvor vereinbarter Hilfsmechanismus sieht vor, dass das Land dieses Jahr bis zu 30 Milliarden Euro Notkredite von den Euro-Ländern erhalten kann. Dazu würde Deutschland bis zu 8,4 Milliarden Euro beitragen. Weitere bis zu 15 Milliarden Euro könnten vom Internationalen Währungsfonds (IWF) kommen.

In Deutschland forderte SPD-Chef Frank-Walter Steinmeier eine Beteiligung der Bankenbranche an der Rettung Griechenlands. Die SPD werde ihre Zustimmung zu einem Gesetz für die Griechenland-Hilfen verweigern, ,,wenn private Banken nicht ebenfalls zur Hilfe herangezogen werden", sagte Steinmeier der ,,Passauer Neuen Presse". Auch müsse ,,erkennbar werden, dass die Bundesregierung endlich aktiv wird, um die Finanzmärkte zu regulieren". Spekulanten an den Finanzmärkten dürften in den vergangenen Wochen viel Geld verdient haben, indem sie auf eine Staatspleite Griechenlands gewettet haben.

Die Vize-Fraktionschefin der Linkspartei im Bundestag, Gesine Lötzsch, forderte ebenfalls eine Beteiligung der Finanzbranche. Grünen-Chef Cem Özdemir rief Schwarz-Gelb dazu auf, endlich ,,europäische Solidarität" mit Griechenland zu zeigen.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt forderte als Bedingung für das Hilfspaket, dass die Notkredite neben anderen bestehenden Schulden Griechenlands vorrangig zurückgezahlt werden. ,,Was für Kredite des IWF gilt, muss auch für Kredite der Euro-Länder gelten", sagte Dobrindt der ,,Financial Times Deutschland".

In Griechenland sind die Staatsschulden aus dem Ruder gelaufen. Nach Angaben der EU belief sich das Staatsdefizit des südosteuropäischen Landes 2009 auf 13,6 Prozent der Wirtschaftsleistung, deutlich über der Schuldengrenze im Stabilitätspakt von 3,0 Prozent.

Nach Ansicht von Regierungschef Giorgos Papandreou steht Griechenland deshalb nun vor einer langen Reformphase.