Das ging am Donnerstag aus dem Entwurf der Abschlusserklärung für den EU-Gipfel in Brüssel hervor. Demnach soll die Vorgabe für die Energieeinsparung bis zum Jahr 2030 gesenkt werden: Von den ursprünglich geplanten 30 Prozent auf 27 Prozent im Vergleich zum Jahr 2005.

Das sorgt für Streit. Mehrere Länder verlangen weiter ehrgeizige Ziele. So will der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven an der 30-Prozent-Marke für die Einsparungen festhalten.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ermunterte ihre Kollegen zu einem starken Signal: "Ich möchte, dass wir ein anspruchsvolles Klimaprogramm vorlegen." Der Luxemburger Premier Xavier Bettel forderte bindende und ambitionierte Vorgaben: "Heute müssen wir ein Zeichen setzen und zeigen, dass Europa geeint ist. Wir schreiben heute Geschichte."

Eine europäische Klima-Einigung gilt als Voraussetzung für einen Erfolg des Weltklimagipfels Ende 2015 in Paris. Derzeit gilt ein unverbindliches Einsparziel von 20 Prozent an Wärme und Strom für 2020 - verglichen mit dem vorhergesagten Energieverbrauch ohne Auflagen der Politik.

Nach einem Vorschlag der EU-Kommission soll in dem EU-Paket festgelegt werden, den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO) im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu verringern. Dagegen gibt es Widerstand aus Osteuropa: Einige Länder, die stark von Kohlekraftwerken abhängig sind wie etwa Polen, halten solche Vorgaben für zu hoch.

Sie fürchten steigende Strompreise und Wettbewerbsnachteile. Großbritannien will vor allem keine Vorgaben bei den Ökoenergien und beim Energiesparen akzeptieren.

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Die neue EU-Kommission geht am 1. November an den Start. Das Europaparlament hatte am gestrigen Mittwoch für die Mannschaft des neuen Präsidenten Jean-Claude Juncker gestimmt. Steckbriefe zu allen 27 neuen Kommissaren finden Sie auf: www.lr-online.de/eukommission