Finnlands Verteidigungsminister Seppo Kääriäinen, der bis zum Jahresende den Vorsitz im EU-Rat der Verteidigungsminister hat, sagte der „Berliner Zeitung“ (Mittwoch-Ausgabe): „Ich denke, dass sich Herr Olmert noch näher erklären müsste, was diese Information tatsächlich bedeutet.“ Vor allem aber hoffe er, „dass das internationale Krisenmanagement, das im Sommer in Libanon begann, ohne Beeinträchtigungen fortgesetzt werden kann“.

„Die EU wird aber sehr genau beobachten, welche Reaktion die israelische Erklärung in der Region hervorruft“, versicherte Kääriäinen. Die EU habe bei der Beilegung der Feindseligkeiten und beim israelischen Rückzug aus Südlibanon einen konstruktiven und effektiven Beitrag geleistet. Dies solle auch unter der im Januar beginnenden deutschen Ratspräsidentschaft fortgesetzt werden. Für ein zusätzliches militärisches Engagement in der Region gebe es keine Pläne, so Kääriäinen.

Olmert hatte am Montag in einem Interview mit dem deutschen Fernsehsender Sat.1/N24 erstmals angedeutet, dass sein Land Atomwaffen besitzen könnte. Mit seinen Äußerungen löste er in Israel wütende Reaktionen aus. Politiker der Opposition warfen Olmert vor, die auf Geheimhaltung zielende Strategie der atomaren Zweideutigkeit vergangener Jahrzehnte beschädigt zu haben.

Der stellvertretende israelische Ministerpräsident Schimon Peres stellte sich nach Medienberichten vom Mittwoch hinter Olmert. Dessen Büro habe die Aussagen des Regierungschefs bereits klargestellt. Peres äußerte sich nicht dazu, ob Israel Atomwaffen besitzt, sagte aber: „Die bloße Angst davor, dass Israel eine Atombombe hat, reicht aus.“