Die Fluglärmgegner haben einen Etappensieg errungen. Beim Volksbegehren für ein Nachtflugverbot am Großflughafen BER sind 106 332 Unterschriften zusammengekommen. Das sagte eine Sprecherin des brandenburgischen Landeswahlleiters Bruno Küpper am Montagabend in Potsdam. Das sind deutlich mehr als die 80 000 Unterschriften, die für einen Erfolg des Volksbegehrens in der Zeit vom 4. Juni bis 3. Dezember gesammelt werden mussten. Die meisten kamen dabei in den direkt an den Flughafen angrenzenden Gemeinden Blankenfelde-Mahlow, Teltow und Kleinmachnow zusammen.

In den berlinfernen Regionen dagegen hielt sich die Beteiligung am ersten erfolgreichen Volksbegehren in der Geschichte des Landes Brandenburg in Grenzen. Nur 120 gültige Unterschriften gab es in Cottbus, 16 in der Stadt Wittenberge und zehn in der Stadt Angermünde, hieß es am Abend aus dem Büro des Landeswahlleiters. Nun muss das Anliegen der Bürgerinitiative erneut im Potsdamer Landtag verhandelt werden. Wird es dort erwartungsgemäß abgelehnt, käme es zum dritten Volksentscheid in der Geschichte des Landes Brandenburg. Damit er Erfolg hat, müsste die Mehrheit der Abstimmenden für das Nachtflugverbot stimmen. Zugleich müssten mindestens 25 Prozent der Wähler zu den Urnen gehen.

In einer ersten Reaktion begrüßten Vertreter der Fluglärmgegner das Ergebnis. "Matthias Platzeck muss jetzt auf sein Volk zugehen, sonst gefährdet der Ministerpräsident seine demokratische Legitimation", sagte der Sprecher des Bündnisses gegen Fluglärm, Matthias Schubert.

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