25. August 2015: Deutschland setzt das Dublin-Verfahren für Syrer aus. Es sieht die Rückführung von Flüchtlingen dorthin vor, wo sie zuerst EU-Boden betraten.

31. August: Merkel nennt die Bewältigung des Flüchtlingsansturms eine "große nationale Aufgabe". Sie sagt: "Wir schaffen das."

5. September: Merkel befürchtet bei Tausenden schlecht versorgten Flüchtlingen und anderen Migranten in Budapest eine Tragödie und entscheidet mit der Regierung in Wien: Deutschland und Österreich nehmen sie auf. Bei der Ankunft in Deutschland werden sie bejubelt. CSU-Chef Horst Seehofer warnt vor Überforderung.

23. September: Die EU-Regierungschefs beschließen Milliarden-Aufstockung der Hilfen und Verteilung von 160 000 Flüchtlingen. Eine große Entlastung für Deutschland bleibt aus.

24. September: Der Bund stockt die Hilfe für Flüchtlinge an Länder und Gemeinden auf.

15. Oktober: Der Bundestag beschließt ein neues Asylrecht. Albanien, Kosovo und Montenegro werden zu sicheren Herkunftsländern. Asylbewerber sollen möglichst nur Sachleistungen erhalten.

5. November: Ein Koalitionsgipfel verständigt sich auf besondere Aufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge mit geringen Bleibechancen. Durch das Asylpaket II sollen Verfahren beschleunigt werden. Zudem wird eine zweijährige Aussetzung des Familiennachzugs bei Flüchtlingen mit niedrigerem Schutzstatus beschlossen.

20. November: Auf dem CSU-Parteitag in München lehnt Merkel die CSU-Forderung nach einer Obergrenze strikt ab.

29. November: Auf einem Sondergipfel in Brüssel einigen sich EU und Türkei auf einen Aktionsplan, um den Zustrom syrischer Flüchtlinge nach Europa einzudämmen. Dafür soll Ankara Milliardenhilfen erhalten.

9. März 2016: Nach Slowenien, Kroatien und Serbien schließt auch Mazedonien seine Grenze für Flüchtlinge und andere Migranten. Damit ist die Balkanroute faktisch dicht. Tausende warten vor dem Grenzzaun im griechischen Idomeni.

18. März: Die EU und die Türkei einigen sich darauf, Migranten, die ab 20. März illegal in Griechenland ankommen, in die Türkei zurückzuschicken. Im Gegenzug soll für jeden zurückgenommenen Syrer ein anderer Syrer legal von der Türkei aus in die EU kommen. Die Umsetzung des Abkommens beginnt heute.