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Es wird spannend

Wahl Tom Bartels
Wahl Tom Bartels FOTO: Jan Augustin
Cottbus/Berlin. In Kürze schließen die Wahllokale in der Lausitz. Dann wird es spannend. Die ersten Prognosen könnten allerdings noch wenig aussagekräftig sein – denn die Briefwähler, deren Anteil diesmal ziemlich hoch sein könnte, sind noch nicht enthalten. dpa/bob

Bei der Bundestagswahl zeichnete sich am Sonntag nach ersten Zahlen eine Wahlbeteiligung etwa auf dem Niveau von 2013 ab. Nach Angaben des Bundeswahlleiters war die Beteiligung bis zur Mittagszeit nahezu identisch mit der Wahl vor vier Jahren. Bis 14.00 Uhr hatten 41,1 Prozent aller Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben. Bei der Bundestagswahl 2013 hatte die Beteiligung zu diesem Zeitpunkt bei 41,4 Prozent gelegen.

Der Zwischenstand wird auf Grundlage der Beteiligung in ausgewählten Wahllokalen ermittelt. Allerdings sind in den Berechnungen nicht die Stimmen der Briefwähler enthalten. Experten erwarten in diesem Jahr einen Rekord an Briefwahlstimmen.

Vor vier Jahren lag die Wahlbeteiligung am Ende bei 71,5 Prozent. Angesichts einer stärkeren Politisierung in diesem Jahr und der teils aufgeheizten Debatte um die AfD hatten Demoskopen aber einen leichten Zuwachs erwartet.

Zur Bundestagswahl hat es die Brandenburger am Sonntag bislang in ähnlich hohem Maße in die Wahllokale gezogen wie vor vier Jahren. Bis 14 Uhr gaben von rund 2,1 Millionen Wahlberechtigten 38,3 Prozent ihre Stimme ab, das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als zum gleichen Zeitpunkt bei der Bundestagswahl 2013, wie der Landeswahlleiter am Sonntag in Potsdam mitteilte.

Allerdings war dieses Mal im Vorfeld die Nachfrage nach Briefwahlunterlagen vielerorts deutlich höher als zuvor. Von der Potsdamer Stadtverwaltung hieß es etwa, dass rund 31 500 Bürger per Briefwahl entscheiden wollten. Vor vier Jahren seien es erst 22 000 gewesen.

Die höchste Beteiligung in den Wahllokalen bis 14 Uhr gab es nach Angaben der Landeswahlleitung im Landkreis Elbe-Elster in Südbrandenburg mit 42,0 Prozent, gefolgt von den Landkreisen Oder-Spree (41,0 Prozent) und Oberspreewald-Lausitz (40,8). Schlusslicht war die kreisfreie Stadt Brandenburg/Havel mit 32,8 Prozent. Die rund 3300 Wahllokale im Land haben noch bis 18.00 Uhr geöffnet. Landeswahlleiter Bruno Küpper appellierte an die Bürger, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

Rund 61,5 Millionen Deutsche waren zur Wahl aufgerufen. Letzte Umfragen sahen die Union zwischen 34 und 36 Prozent. Die SPD stand bei 21 bis 22 Prozent. Die AfD lag zwischen 11 bis 13 Prozent, die Linke kam auf 9,5 bis 11, die FDP auf 9 bis 9,5 Prozent. Die Grünen standen demnach bei 7 bis 8 Prozent.

Damit könnte neben einer neuen großen Koalition aus Union und SPD auch ein Jamaika-Bündnis aus Union, FDP und Grünen möglich werden. In beiden Fällen wäre Merkel auch die nächste Bundeskanzlerin, sie würde damit bereits in ihre vierte Amtszeit gehen.

Mit besonderer Spannung wird das Abschneiden der AfD erwartet: Erstmals seit den 50er-Jahren könnte eine rechtsnationale Partei in den Bundestag einziehen - und das möglicherweise sogar als drittstärkste Kraft.

Bei der Bundestagswahl 2013 hatte die Union 41,5 Prozent bekommen, die SPD 25,7 Prozent, die Linke kam auf 8,6, die Grünen erreichten 8,4 Prozent. FDP (4,8) und AfD (4,7) scheiterten jeweils an der Fünf-Prozent-Hürde.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dankte bei seiner Stimmabgabe in Berlin den rund 650 000 Wahlhelfern in Deutschland. Sie trügen auch in diesem Jahr zu einem reibungslosen Ablauf der Wahl bei Steinmeier kam bei kühlem, regnerischen Wetter in Begleitung seiner Frau Elke Büdenbender in das Wahllokal in einer Grundschule im Stadtteil Zehlendorf.