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"Es gibt noch Chancen für Ausbau der Strecke Cottbus – Görlitz"

Bundestagsabgeordneter Thomas Jurk
Bundestagsabgeordneter Thomas Jurk FOTO: H. J. Müller
Wer Ja zum zweiten Gleis zwischen Lübbenau und Cottbus sagt, der muss auch Ja zur Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Cottbus und Görlitz sagen. Nur dann werde das eine attraktive Schienenverbindung, sagt auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Thomas Jurk aus Weißkeißel. Die RUNDSCHAU hat ihn gefragt.

Herr Jurk, der Ausbau der Bahnstrecke von Berlin über Cottbus nach Görlitz genießt im aktuellen Bundesverkehrswegeplan keine hohe Priorität. Wie zufriedenstellend ist das für Sie?
Ich kann die Lage nicht schöner machen als sie ist. Wir müssen es realistisch einschätzen. Im Jahr 2003 war der Ausbau der Strecke noch als vordringlicher Bedarf enthalten, nun ist er es nicht mehr. Ich bin daher nicht zufrieden, aber ich sehe die Chance, etwas tun zu können.

Und wie lässt sich die Priorität dieses Vorhabens nach oben bringen und auch beschleunigen? Immerhin würde dem BVWP zufolge bis 2030 auch die Elektrifizierung zwischen Cottbus und Görlitz nicht in Angriff genommen.
Wir müssen den Nachweis erbringen, dass sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis rechnet. Wenn uns das gelingt, muss die Strecke gebaut werden. Inwiefern man das beschleunigen kann, hängt auch von den Planern ab. Aber ich hoffe, dass man die Entscheidungsträger binnen ein, zwei Jahren mit den erforderlichen Zahlen überzeugen kann. Die Partner haben sich ja bereits gefunden mit der Deutschen Bahn und den Bundesländern.

Welche Bedeutung hätte eine Modernisierung dieser Strecke und lässt sich einordnen, wie viel Zeit ein einzelner Bahnfahrer damit sparen könnte?
Es geht nicht unbedingt nur um die Beschleunigung der Fahrtzeit, man muss es vor allem strukturpolitisch sehen. Die Region muss einfach besser an Berlin angebunden werden. Mir selbst läuft jedes Mal der Angstschweiß, dass ich in Cottbus meinen Anschlusszug verpassen könnte, wenn ich von Weißwasser nach Berlin will. Die Leute sollten einfach besser und sorgenfreier reisen und umsteigen können.

Mit Thomas Jurk

sprach Steven Wiesner