Die Erhöhungen sind etwas kräftiger als von der Deutschen Rentenversicherung im November prognostiziert - und sie werden auch nicht durch die Inflation aufgefressen. Bei einer Monatsrente von 900 Euro führt die Erhöhung zu einem Aufschlag von brutto 22,50 Euro im Osten (18,90 Euro im Westen). Basis der Anpassung ist die Entwicklung der Löhne. Die statistisch zu Buche schlagende Lohnsteigerung beträgt 2,08 Prozent in den alten Ländern und 2,5 Prozent in den neuen Ländern.

Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) betonte am Freitag in Berlin, auch die mehr als 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner würden von der guten wirtschaftlichen Lage im Land profitieren. Der Rentenwert - quasi die monatliche Rente für ein Jahr Beschäftigung mit Durchschnittsentgelt - steigt von 28,61 auf 29,21 Euro im Westen, im Osten von 26,39 Euro auf 27,05 Euro.

Die Erhöhung wäre noch stärker, gäbe es in diesem Jahr nicht einen einmaligen statistischen Effekt. Denn die offiziellen Rentenexperten sind bei ihrer Berechnung von einem niedrigen Lohndurchschnitt ausgegangen. Das liegt daran, dass das Statistische Bundesamt eine einschlägige Beschäftigungsstatistik umgestellt und mehr Geringverdiener eingerechnet hatte. Dieser Effekt soll 2016 ausgeglichen werden.

Kritiker werfen der Regierung vor, keine längerfristige Stabilisierung der Rentenfinanzen anzugehen. Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher, zeigte sich in Sorge wegen des sinkenden Rentenniveaus - also des geringer werdenden Verhältnisses vom Renten- zum Arbeitseinkommen. Es liegt bereits bei unter 50 Prozent.