Die Liftbetreiber und Hotels in den sächsischen Wintersportgebieten des Erzgebirges und Vogtlands warten auf den ersten Schnee. "Wir stehen in den Startlöchern", sagte die Chefin des Tourismusverbandes Erzgebirge, Veronika Hiebl. In Oberwiesenthal wird an diesem Wochenende offiziell die Saison eingeläutet. Laut dem Betreiber der dortigen Schwebebahn, René Lötzsch, sind die Schneekanonen an dem mit rund 1215 Meter höchsten Berg Sachsens betriebsbereit. "Wir warten auf tiefe Temperaturen. Dann können wir eine Schneedecke auf den Hang legen."

Laut Deutschem Wetterdienst in Leipzig ist allerdings erstmal kein Winter in Sicht. Es herrsche "ruhiges Herbstwetter", sagte Meteorologe Florian Engelmann. "Trüb, kaum Niederschläge, tagsüber fünf bis sechs Grad - plus." Selbst in der Nacht werde der Gefrierpunkt nur selten erreicht. In den höheren Lagen wie auf dem Fichtelberg sei es gar wärmer als unten in den Tälern. Um die Schneekanonen in Betrieb nehmen zu können, braucht Lötzsch für einige Tage mindestens vier bis fünf Grad unter Null. Doch damit ist laut Engelmann vor Anfang Dezember nicht zu rechnen, auch wenn sich in Osteuropa schon Kaltluft gesammelt habe.

Die Hotels im Erzgebirge seien wie immer vor Weihnachten und zum Jahreswechsel gut gebucht, sagte Tourismusverbandschefin Hiebl. Die Region lebe von ihrem Ruf als Weihnachtsland mit den vielen Märkten, Bergparaden und Mettenschichten - so nennen Bergsteiger die letzte Schicht vor Weihnachten. Paraden-Auftakt ist am Sonntag (30. November), dem 1. Advent, traditionell in Chemnitz, der Abschluss am 21. Dezember in Annaberg-Buchholz. Wie die Saison nach Weihnachten weitergehe, entscheide sich im Dezember, sagte Hiebl. "Wir hoffen, dass es zeitig schneit."

Im benachbarten Vogtland sind die Hotels ebenfalls schon gut gebucht. Auch für die Schulferien im Februar gebe es viele Anfragen, sagte die Chefin der Tourist-Information in Schöneck, Silke Kragel. Der Grund: "Wir sind nicht nur Schneegebiet." Viele Familien vor allem aus Sachsen und Brandenburg suchten in der Region Erholung. Wenn Skilaufen nicht gehe, würden die Wanderschuhe hervorgeholt. "Aber es ist schon schlimm, wenn es nicht richtig Winter wird." Bei Schnee kämen nämlich auch die Wintersportler.

Mit der weißen Pracht sei vieles einfacher, so Kragel. "Da gibt es mehr Gäste", bestätigte auch der Geschäftsführer des Chemnitzer Regionalverbandes des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Dieter Heymann. Doch auch wenn er ausbleibe, werfe das die Hotels nicht aus der Bahn. "Die Unternehmen sind mit ihren Angeboten gut aufgestellt - auch ohne Schnee."