Im Staatsweingut Wackerbarth wurden am frühen Samstagmorgen bei klirrender Kälte von minus zehn Grad Riesling-Trauben geerntet. Auch das Weingut Schloss Proschwitz in Meißen sandte 40 Helfer aus. Sie brachten Scheurebe-Eiswein ein.

Es sei das erste Mal seit neun Jahren, dass Wackerbarth wieder Eiswein herstelle, sagte Kellermeister Jürgen Aumüller. Die Trauben-Menge reiche für etwa 400 Flaschen zu je 0,375 Liter. "Das ist eine Rarität."

Schloss Proschwitz las nach Angaben eines Sprechers erstmals seit dem Jahr 2007 wieder Eiswein - und zum ersten Mal überhaupt Scheurebe. Mit 240 Grad Oechsle hätten die Trauben eine "beachtliche Qualität". Wenn das Wetter hält, sollte in den folgenden Tagen noch Traminer-Eiswein geerntet werden.

"Dieses Jahr war perfekt für Eiswein. Die Trauben hatten eine gute Qualität, und es ist zügig kalt geworden", sagte Ulrike Schröter, Sprecherin von Schloss Wackerbarth.

In den Vorjahren war die Eiswein-Lese in Sachsen dagegen schon im Herbst buchstäblich ins Wasser gefallen. Wie Bernd Kastler, Vorsitzender des Weinbauverbandes Sachsen erläuterte, hatte es jeweils zu viel geregnet. Dadurch war die Qualität der Trauben Mitte Oktober zu schlecht, um sie für eine mögliche Eiswein-Lese hängen zu lassen.