Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sprach von einem wichtigen Schritt auf dem Weg zur Eröffnung. „Das Projekt ist wieder auf Kurs gebracht.“ Es sei gut, wenn die Geschäftsführung nun Schritt für Schritt einzelne Teile fertigstelle.

Die Arbeiten im Hauptterminal sollen im März 2016 abgeschlossen sein. Im südlichen Seitenflügel - dem sogenannten Pier Süd - wollen die Betreiber im nächsten Jahr fertig werden. Im Nordpier war eine doppelte Sprinkleranlage eingebaut worden, es wurden überbelegte Kabeltrassen saniert und fehlende Dokumentationen ergänzt.

Im Hauptterminal dauern die Arbeiten an der Brandschutzanlage an. Bislang funktioniert die Entrauchung nicht einwandfrei, es wird weiter umgeplant. Die Brandschutzprobleme führten 2012 dazu, dass die für Juni geplante Eröffnung vier Wochen vorher abgesagt wurde.

Dafür trägt aus Sicht des Untersuchungsausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus auch der damalige Flughafenchef Rainer Schwarz Verantwortung. Der 58-Jährige betonte am Freitag im Ausschuss, nach der Geschäftsverteilung nur für den Betrieb der bestehenden Flughäfen Tegel und Schönefeld zuständig gewesen zu sein. Der Neubau sei Sache des Technik-Geschäftsführers Manfred Körtgen gewesen, beharrte Schwarz auch in seiner zweiten Befragung am Freitag.

„Er war als Geschäftsführer immer bestens informiert“, widersprach der CDU-Abgeordnete Stefan Evers. „Professor Schwarz hat als starker Mann in der Geschäftsführung trotz aller Risiken zahllose Änderungswünsche im Projekt durchgesetzt.“ Der Grünen-Politiker Andreas Otto erinnerte daran, dass der von Schwarz geleitete Probebetrieb auf der Baustelle stattfand. Der Manager habe auch sämtliche Vorlagen Körtgens an den Aufsichtsrat gekannt.

Jutta Matuschek (Die Linke) verwies darauf, dass Schwarz im Frühjahr 2012 interne Erwägungen stoppte, mit einer Inbetriebnahme in mehreren Schritten die Risiken zu mindern. Der damalige Flughafenchef beharrte in der Diskussion im Februar oder März 2012 nach eigenen Angaben darauf, am Umzug in einer Nacht festzuhalten. „Ich habe gesagt: Es gibt kein Zurück.“

Im Frühjahr 2012 hätte die Zeit nicht mehr gereicht, die Fluglotsen auszubilden, die für ein „soft opening“ zusätzlich nötig gewesen wären. Offen ist zudem, ob die Behörden für diese Variante die nötigen baulichen Freigaben gegeben hätten. Schwarz, der vor knapp zwei Jahren entlassen wurde, fühlte sich seiner Aufgabe trotz der Probleme gewachsen, wie er sagte. „Ich persönlich habe mich da in keinster Weise überfordert gefühlt.“