"Eine andere Dimension ist es nicht", sagte der Marburger Professor Hans-Dieter Klenk. "Das Virus taucht eben überall da auf, wo Vögel wie Wildenten und Wildgänse sind." Mit dem Fund einer toten Wildente in Mannheim sei das Virus aber "wieder ein Stück mehr an eine große Bevölkerungsgruppe herangerückt".
Eine Sperrzone mit Desinfektionsschleusen und Straßensperrungen sei in einer Großstadt wie Mannheim - dort leben rund 325 000 Menschen - nicht praktikabel, erklärte Klenk. "Das ist ähnlich wie bei den Tollwut-Bezirken: Man hängt Warnschilder auf - und jeder weiß, dass man nicht viel mehr machen kann." Der Bevölkerung rät der Virologe lediglich, intensiven Kontakt mit Enten zu meiden: "Große Entenfütterungsaktionen sollte man nicht starten."
Heute treten in Vogelgrippegebieten verschärfte Schutzmaßnahmen in Kraft. Per Bundesverordnung gilt: Freilaufverbot für Hund und Katze im Umkreis von zehn Kilometern um Vogelgrippe-Fundorte, im engeren Umkreis von drei Kilometern haben Fremde Stallverbot. Nur wer zum Geflügelbetrieb gehört und Tierärzte dürfen den Hof betreten.
Nach dem weiteren Ausbreiten der Tierseuche auch in Brandenburg haben die Behörden angewiesen, in den betroffenen Gebieten der Uckermark frei laufende Katzen und Hunde einzufangen. Die Behörden im Kreis Märkisch-Oderland haben nach Verwaltungsangaben dagegen die Jagdpächter angewiesen, streunende Katzen zu töten. (dpa/roe)