Insgesamt wird der Freistaat 2007 rund 16,3 Milliarden und 2008 fast 15,9 Milliarden Euro umsetzen - mehr als in den Vorjahren. Grund für die Geldvermehrung ist vor allem die Mehrwertsteuer. So sind im Vergleich zu ersten Plänen nächstes Jahr 307 Millionen und 2008 fast 400 Millionen mehr geplant. Sie werden vor allem zum Schuldenabbau benutzt. Die Abgeordneten von CDU und SPD votierten für den Etat. Die Opposition, die mit keinem ihrer zahlreichen Änderungsanträge Erfolg hatte, lehnte den Haushalt ab. Die Vizechefin der Linkspartei.PDS-Fraktion, Caren Lay, kritisierte, dass die Koalition über die Vorschläge der Opposition nicht einmal diskutiert habe. Die Haushaltsberatungen seien deshalb „keine Sternstunde“ für den Landtag gewesen.
„Wir sind nicht der Versuchung erlegen, kurzfristig höhere Einnahmen für langfristige Ausgaben und scheinbare Wohltaten zu verwenden“ , sagte Finanzminister Horst Metz (CDU).
Die Linksfraktion wirft der Regierung jedoch einen allzu freihändigen Umgang mit den dreistelligen Mehreinnahmen und die Gründung eines Staatsbetriebs für Informationstechnologie vor - und kündigte eine Verfassungsklage an. Der Ort der Entscheidungen müsse das Parlament bleiben, forderte Fraktionschef Peter Porsch. Das Finanzministerium sieht die Klage jedoch gelassen. Der Haushalt sei verfassungsgemäß, so Sprecher Burkhard Beyer. Dies habe ein Gutachten bestätigt, zudem habe der Landtag zuletzt noch einen Zustimmungsvorbehalt bekommen.
Der finanzpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Matthias Rößler, hob hervor, dass Sachsen als erstes neues Bundesland einen Doppelhaushalt ohne Neuverschuldung aufweist: „Wir vernaschen die Steuereinnahmen nicht.“
Der Etat ist in wenige Faustformeln zu fassen: Mehr als ein Viertel gibt der Freistaat für sein Personal aus: jährlich rund 4,2 Milliarden Euro. Zwar läuft der Stellenabbau von derzeit mehr als 90 000 Bediensteten auf nur noch 80 000 bis 2010. „Dennoch sinken die Ausgaben wegen der Tarifanpassungen nicht“ , so Beyer. Fast ein Viertel will der Freistaat zudem für Investitionen ausgeben, vor allem für den Straßen- und Städtebau sowie für Kitas, Schulen und Hochschulen. Ein weiteres Viertel fließt an die Kommunen (2,5 Milliarden) sowie in die Sonder- und Zusatzversorgungssysteme und die Vorsorge für Beamtenpensionen (eine Milliarde).
Den größten Posten im Haushalt hat dabei das SPD-geführte Wirtschaftsministerium. 2007 und 2008 fließen eine Milliarde in den Nahverkehr, 860 Millionen der EU in die Wirtschafts- und Technologieförderung, 700 Millionen in den Straßenbau und 400 Millionen in den Europäischen Sozialfonds. Wissenschaft und Kunst sowie Kultus folgen danach.